Nummer 13, Oktober 1999



Vorwort
Tanz und Cocktail bis tief in die Nacht
Nach sechs Jahren gab es den ersten Pokal
Drukke en stille dagen ...
Wilfried Erdmann motorte in der Südsee
Kurs Süd mit Antares - Teil 2: Von Lissabon ins Mittelmeer
Das Opawerden schwächt
Eine abendliche Wettfahrt musste reichen
Verband schreibt BR-Schein und SBF-See um
Ein Segeltraum
Termine

Liebe Leserin, liebe Leser,
dieser Sommer hat eine grundsätzliche Frage aufgeworfen: Warum fährt man eigentlich in den Urlaub? Das ging mir oft durch den Kopf, wenn ich bei drei bis vier Beaufort in praller Sonne über das Steinhuder Meer segelte oder bis in die Nacht im Kreis von Clubkameraden am Wasser saß.
Nun, dieser Verklicker ist geeignet, Gründe aufzuzeigen, warum man doch mal unser Hausrevier verlassen sollte. Die aktiven Fahrtensegler des Vereins haben wieder schöne Ecken entdeckt und berichten davon in dieser Ausgabe. Auch die Regattasegler waren unterwegs und haben unter anderem festgestellt, dass woanders das Wasser auch nass ist...
Angesichts unserer Absage der Dickschiffregatta könnte die Antwort aber auch lauten: Um mal wieder etwas mehr Wasser unter den Kiel zu bekommen. In der Saison ist der Wasserspiegel wieder stark gefallen, wenn auch mittlerweile viele sehen, dass die natürliche Verdunstung dabei eine große Rolle spielt. Noch ärgerlicher ist, dass wieder ein Jahr vergangen ist, ohne dass die Entschlammung vorangekommen ist. Einig sind sich alle, dass etwas geschehen muss, und das Geld - unser Geld - ist da, nur die Flächen fehlen. Geduld ist nach wie vor gefragt.
Auf jeden Fall wünsche ich erst einmal gute Unterhaltung mit Nummer 13 und eine angenehme Winterpause.
Der Herausgeber
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SOMMERFEST / Wilhelm Nordmeier holt sich den Meistertitel
Tanz und Cocktail bis tief in die Nacht
(sok) Rundum gelungen: Das Sommerfest am 10. Juli war - auch dank des tollen Wetters, zweifelsohne der Höhepunkt des Clubjahres. Dies wird auch Wilhelm Nordmeier sagen, der sich bei gutem Wind am Nachmittag in der O-Jolle erstmals den Titel des Clubmeisters ersegelte.  Allerdings schlug er Jürgen Zerfass nur knapp. Jens Hufnagel auf dem dritten Platz komplettierte im Boot von Niels Schlieker, der die Wettfahrtleitung übernommen hatte, den Triumph der O-Jollen. Vierte im Feld der 22 Teilnehmer wurden Carsten und Helmut Stille im "Hanseat", die damit auch den Piraten-Pokal gewannen. Den Mittelpokal erhielt Maren Büsselberg im Laser, bestes Dickschiff war der Neptun 22 mit Dieter Spiegelberg und Willi Waitze auf Platz 12. In Erwartung einer separaten Dickschiffregatta im September wurde die ausladende Vase allerdings nicht vergeben. Heute wissen wir, dass diese Veranstaltung wegen des niedrigen Wasserstandes ausgefallen ist. Für das kommende Jahr ist eine Wettfahrt im Frühhjahr anvisiert, außerdem sollen bei der Clubmeisterschaft die Yard-stickzahlen der Dickschiffe gerechter angesetzt werden.
Nach dem sportlichen Teil kamen alle Teilnehmer an der langen Kaffeetafel mit einem imposanten Kuchenbüffet zusammen, ehe es festlich wurde: Helmut Stille lud zu einem Glas Sekt, weil er 1999 den fünfzigsten Geburtstag seines Piraten G 136 "Hanseat" feiert. Der Auftritt bei der Clubmeisterschaft zeigte, dass der Veteran auch nach einem halben Jahrhundert noch gut in Schuss ist. Wenn der Besitzer auch schon einmal ernsthaft darüber nachgedacht hat, sich vom Hanseat zu trennen, so war es doch die richtige Entscheidung, diese ideale Ehe nicht zu trennen. Viele der Mitfeiernden haben schon auf dem 136er gesessen, ist Helmut Stille doch der aktivste Segellehrer des Vereins. (Mehr dazu auf Seite 5.)
Nach Siegerehrung und italienischem Büffet ging die Fêtengesellschaft dann zum lockeren Teil über. Schnell bildeten sich Schlangen am Cocktail-Stand, wo die Organisatoren eine bunte Auswahl an alkoholischen und nichtalkoholischen Mixturen anboten. Zuvor hatte es Viele jedoch noch auf den Steg gezogen, um dem traumhaften Sonnenuntergang zuzusehen. Auf der eigens ausgelegten Tanzfläche wurden Mitglieder und Gäste dann aktiv.

Das Ergebnis der Clubmeisterschaft:

1. W. Nordmeier, O-Jolle
2. J. Zerfass,  O-Jolle
3. J. Hufnagel, O-Jolle
4. C. und H. Stille, Pirat
5. D. Pahl, O-Jolle
6. W. Langel,  Laser
7. A. Kirchmann/M. Hartmann, 505er
8. H.-D. Tross, O-Jolle
9. J. Breiing/M. Gruber, Pirat
10. S. Sokoll/C. Opitz, Pirat
11. M. Büsselberg, Laser
12. D. Spiegelberg/W. Waitze, Nept. 22
13. D. u. I. Sokoll, M 22
14. T. Schöber, Laser
15. J. u. D. Nordmeyer, Sprinta
16. E. Lange/D. Meister, P-Boot
17. H. u. M. Spitta/M. Puchmüller, M22
18. L. Görth/..., Koralle
19. B. Lücke/ Graupner, Neptun 20
20. M., R. u. G. Jochmann, Dehlya 22
21. G. Heyer, Grubenstar
22. N. u. M. Görth/..., Pirat

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Seit fünfzig Jahren ist der Pirat 136 auf dem Steinhuder Meer bekannt. Anlässlich des Jubiläums erinnert sich Helmut Stille an die Anfangsjahre der schon fast legendären Verbindung zwischen dem Besitzer und seinem „Hanseat“:
Nach sechs Jahren gab es den ersten Pokal- so groß wie ein Schnapsglas, aber mit Stander

Nach einer Probezeit sind mein Freund Ernst Feuerhake und ich am 27. Juli 1955 als ordentliche Mitglieder in den SCStM aufgenommen worden. Vom Sportwart wurde uns nahegelegt, ein Regattaboot anzuschaffen - wir seien ein Regattaclub.
Bodo Neldert, Prokurist bei der Wunstorfer Mühle, wollte seinen Piraten Beil 136 Hanseat verkaufen; den Kaufvertrag über 1800 Mark haben Ernst und ich am 1.4.1956 unterschrieben. 600 Mark Anzahlung, Abzahlung in monatlichen Raten von 100 Mark.
Mein Verdienst bei der Deutschen Olivetti war damals 2,30 Mark Stundenlohn, macht etwa 430 Mark brutto im Monat. Ernst studierte noch, so habe ich die Raten erst einmal allein bezahlt, und er hat seinen Anteil später bei mir abgestottert.
Nun ging es gleich los mit dem Regattasegeln. Erfahrung hatten wir ja schon mit unserem selbstgebauten Puschenboot. Wir waren sehr optimistisch! Bei der ersten Regatta bekamen wir aber gleich einen gewaltigen Dämpfer, denn wir Beiden, Ernst als Vorschoter, ich als Steuermann, waren mit Abstand die Letzten. Wir kamen so spät ins Ziel, dass die Wettfahrtleitung schon nach Hause gefahren war. Nur ein Mann harrte noch auf der damals festen Plattform aus, um die Regatta abschießen zu können.
Wir ließen uns aber nicht entmutigen und haben immer wieder die Regatten in Steinhude mitgesegelt. In den nächsten Jahren wurden wir langsam besser, aber unseren ersten Pokal, ein winziger Becher, so groß wie ein Schnapsglas, aber aus Silber mit der Clubfahne des HYC, bekamen wir am 8. Juli 1962 als 5. Preis der Piraten nach sechs Jahren Regattatätigkeit.
Als Ernst in Bonn Karriere machte, habe ich mit meinem Bruder, später mit meinen Kindern, als Jugendwart mit Jugendlichen weitere Regatten gesegelt. Unter den Preisen sind auch einige erste Plätze. Wenn ich jetzt auch keine Regatten mehr fahre, so macht mir mein Pirat 136 noch immer viel Freude!

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Drukke en stille dagen ...

Ein Fahrtbericht über den Törn der Flottille des SCStM in das Revier zwischen Dordrecht - Vlissingen und Bergen op Zon vom 23. Juli - 13. August 1999
von Dieter Sokoll

„De dagen waarop de revieren het drukst bevaaren worden, zijn de werkdagen, dus maandag tot en met vrijdag. Gedurende het weekend ist het veel minder druk, speciaal op zondag. De stilste dag van het jaar is 2e Pinksterdag. De stilste periode is de zomervakantie, met name eind juli/begin augustus.“

Diese Empfehlungen aus dem ALMANAK haben wir für die Planung zu eigen gemacht. Allerdings war es die Ausgabe von 1984. So war Langeweile nicht angezeigt, denn viele hatten mittlerweile den Geheimtip aufgenommen. Über die gesamte Dauer des Urlaubs war damit überwiegend Päckchenbildung angesagt. Man kam sich näher. Spitzenreiter waren Siebener-Päckchen, wir „Kleinen“, von außen nach innen brav aufgereiht, gaben  dabei ein  interessantes Bild ab. Für viele  Beobachter aus der Segler- und Fußgängerszene sind Hubdächer offenbar ein Buch mit sieben Siegeln.
Wir, das waren: Kore, Phage, Thor und Delphin im Wechsel mit Krümel.
Vereinbarter Ausgangspunkt war der Yachthafen von Drimmelen. Der Anreise mit PKW und Trailer waren nicht alle Zugfahrzeuge gewachsen. Hannes erfreut sich heute eines neuen Motors und kann die Leistungsfähigkeit seines „Beamten“-Automobilclubs preisen.
Manfred wollte sich auf seine visuellen Möglichkeiten verlassen und hat seinen Kartenbalast über Bord geworfen. Frei von diesen Dingen sein, lautete sein Motto. Später hat er sich dann doch zur Anschaffung eines „Überseglers“ entschieden. Fruchts waren schlauer - sie reisten einen Tag vorher an.
Nach Aufenthalt im Naturschutzgebiet BIESBOSCH haben wir einen wunderbaren Flautenschlag über die MERVE  nach DORDRECHT gemacht. Durch die starke Berufsschifffahrt (insb. Schubverbände) war eine besondere  Aufmerksamkeit gefordert.
Den Hafenmeister des WSV  „Maartensgat“ will ich stellvertretend für die vielen netten Leute besonders herausstellen. Er kannte nicht nur zufällig ein gutes Restaurant (das seinem Schwager gehört), sondern verfügt auch über ein gutes Organisationsgeschick und besorgte auf dem Sonntagabend noch einen Monteur für unseren Außenborder, der nicht zu drosseln war. Unterhalb der Groten Kerk gelegen, verging die Zeit im Halbstunden-Gong.
Ziel war dann die Windmühle von Willemstad. Mit dem unter der Mühle gelegenen Yachthafen lagen wir in einem der schönsten Häfen des Deltagebietes. Bei „Windkracht“ von 6 - 7 aus Nordost haben wir uns einen Hafentag gegönnt und erste Kanonenbilder im Garten des  Stadhus geschossen. Die sternenförmig angelegte Festung mit den vielen Gräben und ansprechenden kleinen Häusern zeigte sich uns von der besten Seite.
Das Schleusen wollten wir dann kennenlernen und haben uns zuerst die VOLKERAK-Schleuse ausgesucht. Wenn man überlegt und vor allem gelassen diese Sache angeht, ist es gar nicht so schwer. Wegen des Schwells fährt man zügig und mit viel Fahrt ein, bringt zunächst die Achterleine aus und hofft dann auf einen Nachbarn, der das Schleusenmanöver ähnlich absolviert. Um unsere Übung zu wiederholen, haben wir uns dann an den großen Schleusenkomplex der KRAMMERSLUIZEN herangewagt. Leider teilten über 100 Segel- und Motorboote unser Schicksal. Viele hatten für sich den vorderen Platz gedanklich reserviert, andere fuhren an und stoppten auf halbem Weg, weil es hinten auch ganz schön sein soll. Nach diesen Lehrstunden stand noch die Schleuse Bruinisse auf dem Plan, um dann in das Grevelinger Meer  (ein durch Eindeichung abgeschlossener Mündungsarm) zu gelangen.
n der Marina Aqua Delta fanden wir alles vor. Einfach super. Infrastruktur, Boots-shop, Restaurant und Gisela Schulze, die Henning  am nächsten Tag mit in die Berge nahm. Das Abschiedsräuchern (Makrele und Bundaal) fand bei Sonnenuntergang in den Dünen mit Blick auf die Nordsee am Brouwersdam statt.
Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch den Hafen von  STAVENISSE, hier wurden wir mit den Gezeiten  konfrontiert, der Hafen fiel bis auf ein Minimum von rund 50 cm trocken. Alle Gerüche dieser Welt begleiteten uns. Der Tidenhub betrug etwa drei Meter. Jürgen kam nach langer Fahrt bei Hannes an Bord und brachte als Gastgeschenk ein Bauernbrot und einen Kasten „Köstritzer Schwarzbier“ mit. Nicht unnötig. Auch die Außenborder meldeten sich zurück. Nach allgemeinen Motorproblemen, die nicht definiert werden konnten, haben wir uns dann bei Flaute nach ZIERIKSEE verholt. Ebenfalls eine Festungsstadt, die mit dem DELTA-Plan zu einer großen touristischen Attraktion geworden ist. An den sehr gepflegten Bauwerken und Anlagen konnten wir ahnen, wie reich diese Stadt  zu Zeiten der Ostindienfahrt war. Besonders die Havenpoorts hatten es uns angetan.
ZIERIKSEE wird uns auch in Erinnerung bleiben, weil wir von hier mit dem Bus in das WATERLAND NEELTJE JANS bzw. DELTA EXPO  am Pijlerdam gefahren sind, um uns das Osterscheldesperrwerk  anzusehen und uns dabei über den DELTA-Plan zu informieren. Die Konstruktionen waren sehr beeindruckend.
Über YERSEKE (Muschelzuchtgebiet in der Oosterschelde) haben wir uns BERGEN OP ZOOM genähert, um dort  Dieter und Gerd zu treffen. Im Clubhafen der Watersport-Vereiningung „de Schelde“ haben wir den nächsten  Wechsel vollzogen. Karin und Jockel sind nach Drimmelen mit Öffis gefahren, um PKW und Trailer zu holen. Ihr Teilurlaub ging zu Ende. Am nächsten Morgen wollten sie nach Hause fahren. Schade, wir hätten sie gern länger dabei gehabt.  Über Nacht lagen nun immerhin 5 Boote des SCStM in einem Auslandshafen, dieses schaffen wir nicht einmal üblicherweise in Steinhude. Ein SCHWERPUNKTGRILLEN war für dieses Megaereignis gerade angemessen.
ANTWERPEN hieß unser Ziel für den nächsten Tag. Dort war im Museum der Schönen Künste eine Ausstellung  Anton van Dyck gewidmet. Wir konnten einen umfassenden Eindruck seines Lebenswerkes gewinnen. Auch Skeptiker waren hiervon überzeugt. Zur Abrundung unseres Kulturprogramms haben wir das Rubenshaus gleich mit besichtigt. Er hat dort offensichtlich zu seiner Zeit nicht schlecht gelebt. Enttäuscht waren wir von der Stadt selbst; außerhalb der Flaniermeile fanden wir eine sehr schlechte Substanz (Gebäude, Straßen, öffentliche Anlagen usw.) vor. „ Busfahren“ habe ich als verhältnismäßig günstig empfunden, vielleicht lag es daran, dass das Aushandeln von Pauschalpreisen für die Gruppe auf „flämisch“ eher den Busfahrer verzweifeln lässt und er zu Zugeständnissen bereit war.
Über die Oosterschelde und das  Verse Meer ging es in den Kanal de Walcheren, der uns über MIDDELBURG  nach Vlissingen führen sollte. In dem Stadthafen von Middelburg haben wir sehr gut gelegen. Die Stadt war durch Verwüstung besonders getroffen. Man hat sich sehr viel Mühe gemacht, die alten Bauwerke  originalgetreu wiederaufzubauen. Erwähnen möchte ich besonders das Rathaus am großen Markt. Teilnehmer beiderlei Geschlechts waren der Meinung, dass ihr äußeres Erscheinungsbild verbessert werden müsste. Eine „Harverzorking“ mußte her. Mit einem angemessenen Begleitkommando wurde der Maßnahme die entsprechende Bedeutung vermittelt und die Delinquenten den Technikern, verbunden mit den besten Wünschen für ein gutes Gelingen, übergeben. Nach einer guten Stunde trauten wir uns dann, einen ersten Blick in das Institut zu werfen und siehe da, mit dem Schnitt waren beide zufrieden. Wir haben nur nicht verstanden, warum das Bedienungspersonal mit einem schallenden Lachen im Laden stand. Hatten sie vielleicht Männlein und Weiblein verwechselt?
VLISSINGEN machte auf uns einen Eindruck von großer Geschäftigkeit. Wir hatten uns für den Yachthafen in der Nähe der Seeschleuse entschieden. Unser Vorteil bestand darin, dass in dem Hafen größere Boote nur sehr erschwert gehändelt werden können, aber für kleine reichte der Platz unterhalb des Büros der Hafenmeisterin gerade aus. Wie sich erst zu spät herausstellte, verdiente diese sich in der Hauptsache ihre Gulden aus einer Tätigkeit als dritte Steuerfrau auf einem Frachter. Was wären da für Gespräche noch möglich gewesen? Da sich Wind und Gezeiten nicht entsprechend der Planung verhielten, nahmen wir von dem Schlag über die Westerschelde Abstand. Den Sportseglern war die nun vor uns liegende Kanalfahrt nicht besonders reizvoll, sie entschieden sich für einen Schlag nach ZEEBRÜGGE und stießen später  im Grevelinger Meer wieder hinzu.
Nach Kauf eines 45 Zentimeter langen kopflosen Kabeljaus in Middelburg war auf einem Eiland im Veerse Meer ein „Abjau“ (sprich: Abschiedskabeljau) für Jürgen angesagt. Hannes hat sich und seinen Fischtopf für die Zeremonie zur Verfügung gestellt. Andere Besucher auf dem Eiland waren derart verzückt, dass sie an dieser kulturellen Bereicherung teilnehmen durften und versteckten übergangsweise ihre Bierdosen und setzten sich vor den Grill. Am nächsten Tag haben wir Jürgen nach Stavenisse gebracht. Sein Auto stand dort unversehrt. Die Mittagsmahlzeit haben wir an Bord eingenommen.
Wir wollten nicht schon wieder an dem Wettstreit um das kleinste Schollenfilet der Region teilnehmen.
Nach  der Mittagspause haben wir uns nur unter Fock laufend mit einer Rauschefahrt über die Oosterschelde nach BRUINISSE in die Marina verholt. Hafentag war angesagt. Bei Gewitter und Regen war nun endlich die Gelegenheit gekommen, die „Kuchen-buden“ aufzubauen und die eine oder andere Verbesserung vorzunehmen. Auf einem Boot waren die Lichtverhältnisse verbesserungsbedürftig. Aus der Erfahrung in der Versorgung einer Großstadt mit Energie konnten wir von einem Mitsegler wertvolle Tips beim Anschließen einer zweiadrigen Kajütlampe gewinnen. Schlechtes Wetter kann auch seine guten Seiten haben. Abends stieß Peter dann dazu und verstärkte Hannes für den Rest der Reise.
Über Brouwershaven führte der Weg durch das Grevelinger Meer, Krammer und Volkerak bis kurz vor die Schleuse. In OOLGENSPLAAT wollten wir die Sonnenfinsternis  am nächsten Tag verfolgen. Abends war die Traditionsfischsuppe von Dieter angesagt. Über den ganzen Tag waren Aufgaben verteilt. Das Kochen der einzelnen Beilagen erforderte alle Kapazitäten. Mit Stil (sprich Löffel, Decken, Gläser usw.) war die leckere Suppe unter Beistellen von Wein recht schnell verzehrt. Am nächsten Tag haben wir mit einer SoFi-Campari-Party das Jahrhundertereignis gebührend gefeiert. Der Himmel war fast klar. Mit Hilfe der speziellen Brillen, war es auch möglich, die Veränderungen wahrzunehmen. Wir schätzten sie auf rund 95 Prozent.  Unsere niederländischen Segelfreunde nahmen für die Dauer ihre Nationale ab. War schon eigenartig das Ganze!
In WILLEMSTAD passierte es, zwei Bootsbesatzungen konnten den Frust im Wettbewerb nicht mehr ertragen und begannen ohne vorherige Ankündigung mit einer sich über mehrere Stunden erstreckenden Reinigungsaktion. Sie waren nur durch das gemeinsame Abendessen zu bremsen. Leider versprach die Ankündigung „erstes Haus am Platze“ nicht unseren Erwartungen. Der Service ließ sehr zu wünschen über. Die lange Saison machte sich schon bemerkbar.
Hier trennten sich auch unsere Wege.  „Krümel“ hatte in Numansdorp nachmittags noch die Möglichkeit zu kranen und von dort aus per Trailer die Heimreise anzutreten. Wir nutzten den Tag noch für eine ausführliche Erkundungsfahrt durch den Biesboch, bevor in DRIMMELEN der Mast gelegt wurde.
Mit einem köstlichen Muschelessen haben wir uns von Zeeland verabschiedet. Wir sind sicher, in diesem Revier werden wir noch einmal unseren Urlaub auf dem Segelboot verbringen.
Die Heimfahrt verlief ohne Komplikationen. Leider war im Steinhuder Meer zu wenig Wasser, sodass wir uns entschlossen haben,  KORE gleich in das Winterlager zu  bringen.

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Radtour führt beim Weltumsegler vorbei / von Laurenz Görth
Wilfried Erdmann motorte in der Südsee

Unsere diesjährige Radtour im August führte meinen Vater und mich auch. an die Schlei. Dort war ein Besuch bei dem Segler und Buchautor Wilfried Erdmann in Goltoft geplant.
Da wir uns nicht angemeldet hatten, war Wilfried E. natürlich nicht zu Hause (diesmal mit einem Motorboot (!) in der Südsee unterwegs).
Seine Frau Astrid, die ihren Mann auf vielen Segelreisen begleitet hat und dem Leser aus allen seinen Reisebeschreibungen gut bekannt sein dürfte (z.B. „1000 Tage Robinson“), empfing uns. Es war Sonntagnachmittag, „Formel-1-Zeit“ und Frau Erdmann bügelte. Wir erhielten eine Widmung in unserem mitgebrachten Buch, sprachen ihr unsere Bewunderung über das von beiden geführte Segelleben aus und durften die Kathena Nui hinterm Hause besichtigen, das Boot, mit dem Wilfried E. als erster deutscher Einhand Nonstop in rudn 270 Tagen um die Welt gesegelt ist. Zum Abschied noch ein Foto und viele Grüße nach Steinhude (Linnekuhl kennt man auch in Goltoft).

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Kurs Süd mit Antares - Teil 2 / von Jürgen Rinne
Von Lissabon ins Mittelmeer

Wir halten uns einige Tage, zwecks Besichtigung der Hauptstadt von Portugal, in Lissabon auf. Sehr zu empfehlen ist die Besichtigung der Altstadt , „Alfama“ genannt. An einer Hanglage gebaut geht man durch enge, verwinkelte Gassen. Kleine Geschäfte, Handwerker, streunende Hunde und Katzen. Viele urgemütliche Kneipen. Die Gassen sind so eng, daß nahezu kein Autoverkehr möglich ist. Bauern verkaufen hier vom Handkarren oder Eselkarren frisches Gemüse aus der eigenen Produktion.
Leider verfügt Lissabon entweder über gar keine, oder über nur wenige Kläranlagen. Draußen, vor der Einfahrt unserer Marina, führt der Rio Tejo eine übelriechende, braungraue Fracht mit sich. Diese Erfahrung haben wir ebenfalls in der Stadt Porto, am Rio Duoro gelegen, machen müssen.
Am Dienstag, den 18.8.98 besuchen wir die EXPO. Eintritt DM 50,00 pro Person. Wir sind sehr enttäuscht, da vor allen interessanten Ausstellungen endlose Menschenschlangen auf Einlaß warten. Wartezeit bis zu 2 (in Worten: zwei ) Stunden. So etwas ist nichts für uns, so daß wir das Gelände nach ca 3 Stunden völlig frustriert wieder verlassen. Auf jeden Fall wissen wir nun welches Ereignis wir in Hannover im Jahr 2000 nicht besuchen werden.
Freitag, den 21.8. verlassen wir unseren Liegeplatz mit Kurs Süd. Die nun folgende Küste ist ziemlich langweilig. Die Küste ist ungegliedert und endlose, nahezu menschenleere, Sandstrände reihen sich aneinander. Am Nachmittag des 22.8. erreichen wir „Cabo Sao Vicente“, die Südwestecke der iberischen Halbinsel. Wir runden das Kap und gehen in der Bucht „Ensenada de Sagres“ für die Nacht vor Anker.
Nun liegt die Küste der Algarve vor uns. Es ist jetzt sehr heiß und schwachwindig geworden. Diesen Küstenabschnitt kennen wir bereits von der Landseite. Von See her ist diese Küste jedoch noch weitaus beeindruckender. Steile rotgelbe Felsformationen mit tiefen Höhlen wechseln sich ab mit wunderschönen, feinsandigen  Stränden. Es ist kein Problem, bei ruhigem Wetter vor diesen Stränden zu ankern. Jedoch als Liegeplatz für die Nacht ungeeignet, da nach Süden hin völlig offen.
Am 24.8. befinden wir uns in der Marina von Lagos. Sehr schöne, sichere Marina an einem Fluß gelegen. Im Yachthafen internationales Flair. Engländer, Franzosen, Italiener, Deutsche, Amerikaner usw. Kein Wunder, ist doch Lagos ein beliebter Sammelpunkt für Segler, welche vom Atlantik kommend (von Europa oder der Karibik) in das Mittelmeer wollen und umgekehrt. Das Städtchen Lagos selbst ist sehr touristisch, aber reizvoll mit gepflasterten Gassen und vielen Bars und Restaurants. Es gefällt uns gut hier.
Zwei Tage später laufen wir in die Lagune von Faro ein. Zum Atlantik hin streckt sich eine ca. 10 km lange Sandbank von West nach Ost. Zwischen Festland und dieser Sandbank liegt die Lagune, ca 4 mal so groß wie das Steinhuder Meer. Große Teile der Lagune fallen bei Ebbe trocken , es entstehen Salzwiesen, besetzt mit einer reichhaltigen Vogelwelt. Die Sandbank ist durch drei winzige Fischerorte besiedelt. Wir ankern inmitten von ca. 20 weiteren Ankerliegern vor dem Fischernest „Culatra“. Da der Ankerplatz recht weitläufig ist, liegt man von den anderen Booten gut entfernt, so daß niemand seinen Nachbarn stört.
Mit dem Schlauchboot geht es an Land. In einer urigen kleinen Kneipe bestellen wir unsere Abendmahlzeit, natürlich frischen Fisch. Einige der kleinen Hütten sind zu Ferienhäusern umgebaut, Portugiesen machen hier Urlaub, keine Ausländer zu sehen. Herrliche Dünen und Sandstrand auf der Atlantikseite der Sandbank. Wir wandern Muscheln sammelnd am Strand entlang, ein Bad im Meer inbegriffen. Allenfalls alle 500 Meter trifft man auf wenige Menschen.
Die Grenze in Nordsüd Richtung zwischen Spanien und Portugal wird durch den  Rio Guadiana gebildet. Laut Handbuch ist dieser Fluß etwa 100 km ins Landesinnere schiffbar. Für uns eine willkommene Gelegenheit, einmal dem Meer zu entfliehen und es mit einer Flußfahrt zu versuchen. Die Ansteuerung der Flußmündung ist einfach, allerdings recht flach, man sollte nicht gerade bei Niedrigwasser einlaufen. Ansonsten empfiehlt es sich, etwa zwei Stunden nach Niedrigwasser - also bei auflaufender Flut - in die Mündung einzulaufen. Der Strom setzt mit bis zu 3 Knoten und ist damit stärker als die Fließgeschwindigkeit des träge dahinziehenden Flusses. Somit fließt das Wasser bei Flutstrom leicht „bergauf“. Nach ca. 2 sm erreicht man zwei Städtchen, auf der portugiesischen Seite ist dies Vila Real, auf der spanischen  der andalusische Ort Ayamonte. Beide Orte verfügen über moderne Yachthäfen. Wir lassen jedoch diese hinter uns, es reizt der Fluß.
Karten gibt es nicht, lediglich die Empfehlung im Handbuch sich möglichst in der Flußmitte zu halten. Alsbald führt die Fahrt unter der imposanten Guadiana Brücke hindurch , welche schon von weitem zu sehen ist. Wie immer bei Brückendurchfahrten starren wir gebannt nach oben, ist der Mast auch nicht zu hoch? Er ist es nicht! Die Durchfahrtshöhe beträgt 24 Meter, unser Mast ist lediglich kanpp 16 Meter hoch. Am Anfang ist der Fluß breit, die Landschaft flach. An den Ufern sind im Schlamm watende und nach Nahrung stochernde Störche und Reiher zu sehen. Je weiter wir nach Norden kommen, desto schmaler wird der Fluß, die Landschaft wird zunehmend hügeliger. Überall an den Ufern die hier typische Vegetation, Mandel- und Olivenbäume, kleine Orangenplantagen, Jarrasbüsche und Eukalyptusbäume.
Liegeplätze sind kein Problem. Wo immer es einem besonders gut gefällt, fährt man etwas an das Ufer und läßt einfach den Anker fallen. Berufsschiffahrt gibt es nicht. So verfahren auch wir am späten Nachmittag. Wir sitzen im Cockpit, um uns herum ist es vollkommen still, nur ab und an leises Vogelgezitscher.
Ein paradiesischer Abend.
Am nächsten Tag geht es weiter flußaufwärts. Alsbald begegnet man wieder der Zivilisation in Form der Dörfer San Lucar (spanisch) und Alcoutim (portugiesisch). Wir werfen mittendrin den Anker neben einigen weiteren ankernden Yachten. Schlauchboot raus und es geht erst einmal auf die spanische Seite nach San Lucar. Ein verschlafenes Dorf mit einem durch EU-Gelder finanzierten nagelneuen Schwimmsteg. Platz für etwa 6 bis 8 Boote.
Es ist noch Vormittag und wir machen uns mit der beginnenden Tageshitze zu einer Besichtigungstour auf. Viele der Häuser wirken verlassen, sind es wohl auch, man sieht - wenn überhaupt- vorwiegend ältere Menschen. Zu unserer Überraschung führen zu dem Ort zwei breite, nagelneue frisch geteerte Straßen. Das EU-Schild weist auch hier auf die Finanzierung hin. Kurz vor dem Ort münden die beiden Straßen in einen großzügig angelegten Kreisel, aus welchem dann eine Straße in die kleinen Gassen des Ortes führt. Autoverkehr ist hier so gut wie nicht vorhanden. Es stellt sich die Frage, warum  hier so breite Straßen gebaut wurden. Es entsteht der Verdacht, daß hier wohl noch schnell zu viel erhaltene Gelder verbaut wurden.
In der Mittagshitze kehren wir in die einzige, am Fluß liegende Kneipe ein. Der Wirt spricht kein Wort Englisch, wir kein Wort Spanisch, also gute Voraussetzungen das Mittagsmenu zu bestellen. Der Wirt preist lauthals seine Speisen an, wir verstehen nur das Wort „Mixta“. Also bestellen wir „Mixta“ und lassen uns überraschen. Nun, es wird Schweinefleisch mit großen Bohnen und Kartoffeln nebst Salat gereicht. Ist recht rustikal, schmeckt aber gut. Als zweiten Gang gibt es gegrillten Fisch, Seefisch als auch Flußfisch. Daher also „Mixta“!  Besonders der Flußfisch schmeckt ganz ausgezeichnet. Die Getränkebestellung gestaltet sich natürlich einfach, wie fast immer wird „Vino locale“ bestellt.
Der Abend sieht uns auf der portugiesischen Seite. Hier ist viel mehr Leben. Mehrere kleine Kneipen, Menschen (wie im Süden üblich, vorwiegend Männer) sitzen draußen und trinken ein Gläschen Wein oder auch zwei.
Man kann den Fluß noch weiter aufwärts fahren, wir verzichten darauf (hätten wir wohl doch noch tun sollen) und fahren am nächsten Tag mit ablaufendem Wasser in einem Rutsch wieder in den Atlantik. Weiter geht es gen Osten entlang der Costa del la Luz über Huelva und Cadiz.
Am 1.9. machen wir gegen 16:00 in der Marina „Queensway“  in Gibraltar fest.
Der nächste Tag steht natürlich für die Besichtigung von Gibraltar zur Verfügung. Gibraltar hat seine militärisch strategische Bedeutung im Zeitalter der Flugzeugträger und Cruise missiles weitgehend verloren. Oben auf den zwei markanten Felsgipfeln stehen neben modernem Horchgerät noch zwei gewaltige Kanonen, jedoch seit langem außer Betrieb. Natürlich haben wir auch den berühmten Affen unsere Aufwartung gemacht. Die Engländer sagen, solange noch die Affen auf dem Felsen sind, bleibt Gibraltar britisch. Aber vielleicht bekommen ja die Affen in absehbarer Zeit die spanische Staatsangehörigkeit. Man wird sehen. Der Ort Gibraltar selbst wird beherrscht von Einkaufsstraßen und britischen Pubs. Die Händler sind überwiegend indischer und afrikanischer Abstammung. Die Inder verkaufen vorwiegend Textilien in Form von Tischdecken, Seidentüchern, Kleidern usw. Die Afrikaner (Marokkaner, Tunesier, Algerier) versuchen sich in Leder und Schmuckwaren. Die Wohnviertel, in denen  vor allem hier hängen gebliebene Briten leben, machen einen ärmlichen und heruntergekommenen Eindruck. Ein Novum ist sicherlich die Start- und Landebahn des kleinen Flughafens. Diese Rollbahn wird nämlich von der Straße nach Spanien gequert. Landet oder startet ein Flugzeug, wird diese Straße vorübergehend gesperrt.
Am 3.9. passieren wir den Felsen von Gibraltar und befinden uns nun im Mittelmeer. Langsam verschwindet Gibraltar achteraus. Nun geht es entlang der Costa del Sol über Marbella, Fuengirola und Malaga in die Marina Almerimar.
Die Costa del Sol kennen wir ebenfalls bereits von der Landseite und empfanden diesen Abschnitt zwar nicht sonderlich attraktiv, aber immerhin ganz passabel. Von See her betrachtet offenbart sich jedoch die ganze Scheußlichkeit dieses Küstenabschnittes. Die Küste ist nahezu vollständig zubetoniert. Überall recken sich Betonhochhäuser in den Himmel, dazwischen Ferienappartements. Die Strände sind schmal, grauer Sand- oder Kieselstrand. Kein Vergleich mit den weiten, feinsandigen Atlantikstränden der Algarve und der Costa de la Luz. Warum reisen nur so viele Menschen an die Costa del Sol? Wahrscheinlich ist es die um ca. 5 Grad höhere Wassertemperatur des Mittelmeeres und mehr Diskorummel.
In der Marina von Marbella z.B. war an Schlaf kaum zu denken, denn pünktlich um 24:00 Uhr beginnt der Diskolärm und dauert bis sechs oder gar acht Uhr am Morgen. Das junge Urlaubsvolk begibt sich dann zur Ruhe und knallt sich am nächsten Nachmittag an den Strand bis dann in der Nacht das Diskoleben wieder beginnt. Nun ja, für manch einen mag das attraktiv sein.
Östlich von Malaga ändert sich die Landschaft. Die Bebauung geht zurück, dafür hat das Land einen silbernen Anstrich. Mit dem Fernglas erkennt man, warum das so ist. Nahezu 80% des Landes (bis hin zu den Vorbergen der Sierra Nevada) ist mit Gewächshäusern, welche mit Plastikplanen abgedeckt sind, bedeckt. Die Spanier nennen diesen Küstenabschnitt sehr treffend Costa del Plastico. Angebaut wird hier allerlei Gemüse, vorwiegend Tomaten. Die einheimische Bevölkerung bevorzugt daher vorwiegend Freilandtomaten aus Marokko. Der Unrat (Plastikreste, Plastikflaschen, alte Stauden usw.) landet in den trockenen Flußbetten, im Frühjahr, wenn die Flüsse Wasser führen, wird der ganze Müll natürlich ins Meer gespült. Sehr praktisch!
Die Marina Almerimar haben wir zu unserm Winterquartier auserkoren. Almerimar ist landschaftlich nicht sehr attraktiv, aber besitzt eine gute Infrastruktur für Yachtleute. Kran bis zu 110 to. Tragkraft, Werft, Volvo-Händler, mehrere Zubehörläden (also spanische Büsselbergs am Ort), Elektronikreparatur usw.
Lassen wir unsere Reise 1998 Revue passieren, so können wir mit Fug und Recht behaupten, daß dieser Törn unser bisher interessantester war. Noch mal vor die Wahl gestellt, würden wir wiederum den Weg „außen herum“ wählen mit dem besonderen Schmankerl über den hohen Norden. Die Gesamtdistanz belief sich auf ca. 3500 Seemeilen. Die längste in einem Zug gesegelte Strecke betrug 408 sm, es war die Überquerung der Biskaya.

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REGATTA / O-Jolle "Hoppel" und ihr Eigner fahren zu zwei Siegen
Das Opawerden schwächt Niels Schlieker nach gutem Saisonstart - und ein Bad kam dazu

Hoppel befand sich anfangs der Saison in guter Form. Er gewann tierische Sachen wie zum Beispiel einen 14 Kilogramm schweren Holsteiner Schinken und sogar eine „Möwe“. Es handelte sich um das Modell eines alten Steinhuder Auswanderers, um das als „Erich-Schlieker-Gedächtnispreis“ auf dem Maschsee gesegelt wird. Zum Saisonende machte Hoppel schlapp. Die Opaschaft nahm ihn wohl vorher und hinterher zu sehr mit. Er schaffte beim Zinncup zum Beispiel von 25 Booten nur den 15. Platz, womit er nach den vorherigen guten Ergebnissen nicht zufrieden war. - Schließlich wurde er in der letzten Regattaserie auch noch von Rasmus zum Neptun geschickt, wobei er seine schwimmerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen musste.
Die Ergebnisse: Maschsee 1. von 16, Seerose 9. von 38, Plöner Schinken 1. von 42, Flottenmeisterschaft Steinhuder Meer 3. von 16, Berlin-Tegel 3. von 15, Moselstausee 2. von 24, Friesencup Bad Zwischenahn 2. von 18, Zinncup Steinhude 15. von 25, Allersee Wolfsburg 7. von 22.

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REGATTA / Bei der Silbernen Seerose fehlte der Wind
Eine abendliche Wettfahrt musste reichen

(sok) In nur einem Lauf wurden bei der diesjährigen Silbernen Seerose die Sieger ermittelt. Am Sonnabend des Maiwochenendes kam erst am späten Nachmittag eine mäßige Brise, die eine normale Wettfahrt ermöglichte. Am Sonntag half dann alles Starren auf die spiegelglatte Wasseroberfläche nichts: Mittags gab die Crew auf dem Prahm das Warten auf und setzte die Siegerehrung an.
Bei den Lasern verteidigte Nikolas Müller vom Hannoverschen Yacht-Club (Bild) seinen Vorjahrestitel und verwies Christian Wetzel (Ruder- und Kanuklub  Wörth) und Sebastian Schmidt-Klügmann (Segelclub Bayer Uerdingen) auf die Plätze. Im Laser-Radial, der sich mit 37 Starten schon im zweiten Jahr als eigenständige Klasse etabliert hat, gewann Till Martin vom Yachtclub Berlin-Grünau vor seinem Vereinskameraden Hannes Baumann und Stefan Malcherek vom Segler-Club Gothia Berlin.
Wie bei den Lasern mit der Standardbesegelung  gewann auch bei den O-Jollen mit Axel Forstmann ein Steinhuder. Knut Warendorf (Vereinigung der Tourensegler Grünau) und Uwe Kuhlmann (Vereinigung Steinhuder Wandersegler) belegten die Plätze zwei und drei. Niels Schlieker und Detlef Munke vom Segel-Club Steinhuder Meer kamen auf den Plätzen neun und zehn noch in die Top Ten der Regatta.

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RECHT / Seit 1. Oktober gibt es den Sportküstenschifferschein
Verband schreibt BR-Schein und SBF-See um

(sok). Wieder einmal hat für die Wassersportler ein neuer Befähigungsnachweis die Bürokratiebühne betreten. Seit dem 1. Oktober stellt der Deutsche Segler-Verband nach theoretischer und praktischer Prüfung den amtlichen, freiwilligen Sportküstenschifferschein aus, der weltweit auf Küstengewässern gültig ist.
Inhaber des BR-Scheins und des Sportbootführerscheins See erhalten den neuen Nachweis ohne Prüfung, wenn sie dem Antrag an den DSV (Gründgensstraße 18, 22309 Hamburg oder Prüfungsauschüsse) ein Passbild und einen Verrechnungsscheck über 56 Mark beilegen. Wenn der BR-Schein nach dem 1. Januar 1998 erworben wurde, ist zusätzlich jedoch noch ein Erfahrungsnachweis über 500 Meilen im Küstenbereich beizulegen. Bei älteren Patentinhabern wird diese Erfahrung vorausgesetzt.
Der neue Schein genügt auch den Anforderungen als Internationales Zertifikat. Eine Arbeitsgruppe bei den Vereinten Nationen hatte vereinbart, international anerkannte Befähigungsnachweise einzuführen. Die weiteren Scheine werden vom 1. April 2000 an mit einer zusätzlichen Seite ausgestellt, die ihnen weltweite Akzeptanz verschaffen soll.

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Ein Segeltraum von Günter Heyer
Segeln - das ist für mich die schönste Nebensache der Welt. Für viele Nichtsegler sitzen die Segler nur in ihrem Segelboot und lassen sich vom Wind dahintreiben. Das, wir wissen es alle, entspricht nicht den Tatsachen. An einem schönen Frühlingstag im April bin ich zu einem kleinen Törn zum Wilhelmstein aufgebrochen. Sonnenschein, leichte Brise aus Südost. Meine Jolle lief vor dem Wind bei aufgefierten Segeln und aufgeholtem Schwert. An der Rollfock hatte sich die Holeleine verklemmt, ich konnte dieses Problem aber auf dem Wasser nicht beheben. Am Wilhelmstein eine Wende durch den Wind - Schwert abgesenkt und Segel dichtgeholt Richtung Clubhaus. Die Ruderpinne mit viel Gefühl in Richtung Osten. Als Landmarke konnte ich auf das Hochhaus Steinhude zuhalten. Ich wollte aber mehr Höhe gewinnen und überlegte, das durch Gewichtstrimm zu schaffen. Ich setzte mich weiter nach vorn. So konnte ich mich am Wind entlang tasten und das Boot ausreiten, Den Kirchturm von Steinhude konnte ich nun anvisieren. Zum Einlaufen in unseren Hafen war aber noch ein Kreuzschlag notwendig. Da wir ablandigen Wind hatten, habe ich in unserem Hafenbecken die Segel geborgen und mit meinem Flautenschieber (E-Motor) mein Boot in die Hebevorrichtung eingefahren und festgemacht. Es war ein schöner Vormittag vergangen, ich hatte etwa sieben Kilometer zurückgelegt. Nun hoffe ich auf weitere schöne Segeltage.
(Heute weiß ich: Wir hatten ja einen Traumsommer. Mein Traum hat sich also erfüllt.)
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termine*termine*termine*termine*termine*termine

6./7.November Stegabbau

14. November Grünkohlessen

5. Dezember Nikolausfeier

22.-30. Januar boot Düsseldorf

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