Nummer 15, Mai 2001

Editorial
Jazz O'Maniacs heizen am 17. Juni ein
Silberne Seerose bleibt in Steinhude
120 Kilometer mit gelegtem Mast
Urlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Eine Herbstreise mit Antares in den Gewässern um Malta und Sizilien
Surfen für Segler
Unsere neuen Mitglieder
Einige Lichtblicke in schwacher Saison
termine*termine*termine


Liebe Leserin, liebe Leser,

wieder feiert der SCStM runden Geburtstag. Und wie vor fünf Jahren wollen wir auch zum 80. Segler, Musikfreunde und alle anderen zu einem Jazzfrühschoppen einladen. Genaueres lesen sie auf Seite 3. Lassen Sie uns auf tolles Wetter und eine erfolgreiche Fête am 17. Juni hoffen.
Gleichzeitig hat auch unser „Verklicker“ mal wieder eine runde Zahl erreicht. Doch nachdem auf die Veröffentlichung unserer neuen Internet-Seiten im Herbst viele positive Reaktionen gekommen sind, hat er Konkurrenz bekommen. Dennoch wollen wir diese gedruckte Form des Informationsaustauschs vorerst weiter pflegen - auch wenn die ganz aktuellen Dinge jetzt immer auch unter www.scstm.de zu finden sind.

Der Herausgeber
 

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CLUB / Jazzfrühschoppen zum 80. Geburtstag des SCStM
Die Hamburger "Jazz O'Maniacs" heizen am 17. Juni ein

von Niels Schlieker

Auf der Jahreshauptversammlung wurde der Vorstand beauftragt, wieder einen Jazzfrühschoppen zu veranstalten. Wir erinnern uns noch an unser 75-Jähriges, als wir bei traumhaftem Wetter Hannovers Nr. 1, die Hausband des Jazzclub Hannover „Happy Jazz & Co.“ zu Gast hatten.
Es ist uns nun gelungen, die renommierte Hamburger Band „Jazz O’Maniacs“ zu verpflichten. Dazu muss man wissen, dass wohl in keiner anderen europäischen Stadt der wirklich „alte“ Jazz so gepflegt wird wie in Hamburg. Man kann dort z.B. täglich  im weltweit in der Jazzszene bekannten Cotton-Club Musik von New Orleans, Chicago, Dixieland bis zum Swingstil live hören. Außerdem gibt es diese Musik noch auf dem Feuerschiff oder in weiteren Clubs wie der „Rotbuche“ oder im Jazzclub Bergedorf. Unter den etwa 50 Hamburger Bands gehören die Jazz O’Maniacs  zu den bekanntesten, beliebtesten und besten. Die Band wurde 1965 in Kiel von Schülern und Studenten gegründet. Durch berufsbedingte Wechsel in dieser Anfangszeit wurde der Bandstandort einige Jahre später nach Hamburg verlegt, wo es dann richtig losging. Die O’Maniacs fanden schnell ihren Platz in der damals boomenden Hamburger Jazzszene. Sie hatten sich von Anfang an der Musik aus den 20ern verschrieben, die seinerzeit vor allem in Chicago gespielt worden war. Dieser Stil, der vor allem von den damaligen Meistern Clarence Williams, Joe King Oliver, Fletcher Henderson, sowie auch dem frühen Duke Ellington geprägt wurde, kann man als die intensivste Jazz-Zeit einstufen. Die berühmten Hot Five oder Hot Seven von Louis Armstrong gehören mit in diese Reihe, wie auch der selbsternannte Erfinder des Jazz, Jelly Roll Morton.
Experten sagen, dass die Jazz O’Maniacs, übrigens reine Amateure, ihren Sound trotz der üblichen Musikerwechsel immer beibehalten haben und nun schon so viele Jahre auf einem Niveau spielen, wie man es eigentlich nur von Profis erwartet. Um ein solches Ergebnis zu erreichen, muss man bei allem Spaß an der Sache sein Hobby sehr intensiv betreiben und sich ein großes Wissen über die damalige Jazz-Zeit angeeignet haben. Die Band ist in vielen europäischen Ländern und auch schon in New Orleans mit großem Erfolg aufgetreten. Durch Engagements bei Funk und Fernsehen sowie zahlreiche Schallplatten haben sich die „O’Maniacs“ einen guten Namen gemacht.
Von den Gründungsmitgliedern sind noch oder wieder vier Herren dabei:

Bandleader Roland Pilz, Kornett und Trompete: Er übt sein Hobby noch in drei weiteren Bands aus und ist in Sachen Jazz fast ständig auf Achse.
Lutz Jordan, Klarinette und Saxofone, darunter ein nur noch selten gespieltes Basssaxofon,
Owe Hansen, Banjo und Gitarre, von Beruf Psychiater (sowas kann bei acht Mann nur gut sein)
Ulrich „Ullo“ Bela, Posaunist, HNO-Arzt und gebürtiger Hannoveraner,
Andreas Clement (seit 1983), Piano, Krankenpfleger. Man sieht, dass für die medizinische Versorgung und für die gute Psyche der Band gesorgt ist.
Christoph Ditting (seit 1992), Saxofone und Klarinette, das „Küken“ des Teams.
Dietrich Kleine-Horst, Tuba (seit 1985), Instrumentenbauer und Gutachter. Er hat sich seine Tute selbst gezimmert (ein Schmuckstück).
Gunther Andernach (seit 1991), Waschbrett. Auf diesem Instrument gibt es sicher keinen Besseren in Deutschland. Brandls haben sich von dieser Attraktion überzeugt.
Vier dieser Herren ergänzen die Instrumente durch Ihre Stimmen als „Hilfs-Caruso“.
Ich empfehle, zwischendurch einmal die Augen zu schließen, um festzustellen, dass es in den Zwanzigern etwa so ähnlich geklungen haben muss.
Wir wünschen allen Mitgliedern viel Spaß an diesem für den hannoverschen Raum etwas ungewohnten und speziellen Jazz (kein Dixieland) und sind sicher, dass man sich später gern an einen hoffentlich sonnigen Jazzfrühschoppen erinnert.
Gäste sind herzlich willkommen, wir wollen die Veranstaltung öffentlich ankündigen. Für kleine Speisen und Getränke wird gesorgt. Für die Organisation werden noch einige Hände benötigt. Anregungen nehmen wir gerne entgegen. Der Parkplatz ist am 17. Juni bitte für die Organisatoren und die Band freizuhalten.
Kontakt: Henning Langrehr, 05031/959182, Niels Schlieker, 0511/611083, 0177/3337455

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REGATTA / Warkalla wiederholt im Laser Vorjahreserfolg
Silberne Seerose bleibt in Steinhude

Axel Forstmann (SLSV) hat die Silberne Seerose 2001 der O-Jollen gewonnen. Bester Teilnehmer vom ausrichtenden SCStM war Detlef Munke, der 22. von 51 wurde. Niels Schlieker erreichte trotz einer Kollision in der ersten Wettfahrt und einer Nichtteilnahme in der zweiten mit einem 13. Platz im dritten Lauf noch Platz 40 in der Gesamtwertung vor Jürgen Zerfass.
Im Laser wiederholte Stefan Warkalla seinen Vorjahreserfolg. Wieder bekam er zwei Teller, da er auch als bester "Master" über 35 Jahre ausgezeichnet wurde. Bei den kleineren Laser-Radial gewann Erik Schlaaff (YCBG) souverän mit zwei Wettfahrtsiegen und einem zweiten Platz. In beiden Klassen waren keine Starter vom SCStM am Start.
Am Sonnabend hatten die Teilnehmer mit zunehmendem Wind zu kämpfen, der gegen Ende Böen von bis zu sieben Beaufort brachte. Zahlreiche Segler mussten nach Kenterungen oder wegen Erschöpfung aufgeben, die Motorbootcrews hatten viel zu tun. Die ursprünglich geplante zweite Wettfahrt wurde nicht mehr gestartet. Am Sonntag verkürzte Regattaleiter Wilhelm Nordmeier bei drei Windstärken und Sonne beide Wettfahrten, sodass bis 14 Uhr drei Läufe unter Dach und Fach waren.
Die Abwicklung an Land war unproblematisch. Der Begrüßungsabend am Freitag wurde wie im Vorjahr schwach besucht und soll bei der nächsten Seerose wegfallen. Am Sonnabend war die Messe aber voll, die Zapfer am Bierhahn und die zahlreichen anderen Helfer hatten gut zu tun.                sok

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120 Kilometer mit gelegtem Mast - Eine Fahrt auf der Müritz-Elde-Wasserstraße

von Dieter Nordmeyer

Im Frühjahr 2000 machten meine Frau und ich einige Tage Radwanderurlaub in den Elbtalauen in der Nähe von Dömitz. Bei dieser Gelegenheit entdeckten wir die Müritz-Elde-Wasserstraße, von der ich schon hin und wieder gehört hatte. Als Familie Sokoll für die Sommerferien einen Müritz-Segelaufenthalt plante, nahm eine Idee schnell konkrete Form an. Ich wollte die Wasserstraße von Dömitz an der Elbe bis Plau befahren, um dann gemeinsam auf der Müritz und den umliegenden Mecklenburger Seen zu segeln.
Der Müritz-Elde-Wasserweg ist bis zum Beginn der Seenplatte bei Plau 120 Kilometer lang und besitzt 17 Schleusen. Einhand - ich hatte in diesem Sommer keinen Mitsegler- ist das eine gewisse Herausforderung, wenn auch nur technischer Art. Die Wasserstraße kann nur mit gelegtem Mast befahren werden, also waren leichte Umrüstungen erforderlich. Um das Leben an Bord erträglich zu machen, wurden die Maststützen um ca. 40 Zentimeter verlängert, außerdem wurde ein Sonnensegel über der Plicht mit freier Rundsicht installiert, um an der Pinne im Schatten oder im Trockenen sitzen zu können.
Die Wasserstraße ist insgesamt 180 Kilometer lang und schon über 160 Jahre, in einzelnen Abschnitten über 400 Jahre alt. Sie führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Ausgedehnte Wälder wechseln mit Ackerflächen, Wiesen und Schilfflächen, Erlenbrüchen und kieferbewachsenen Sanddünen. Der Fluss bzw. Kanal führt vorbei an kleinen idyllisch gelegenen Dörfern und verträumten Landstädtchen. Die Wassertiefe beträgt 1,60 Meter, die Breite beträgt zwischen 20 und 30 Meter. Die Böschungen lassen den Blick in die freie Landschaft zu, zumindest wenn man auf einem Fender oder dergleichen sitzt. Es handelt sich also keineswegs um einen langweiligen, modernen Kanal, wie man ihn so häufig in Norddeutschland oder Holland findet.
Die Wasserstraße hat nie die wirtschaftliche Bedeutung erlangt, die man ihr ursprünglich zugedacht hatte. 40 Jahre Sperrung während der DDR-Zeit taten ihr übriges. Die Mündung in der Elbe lag auf Bundesgebiet. Gleich nach der Wende wurden alle öffentlichen Einrichtungen wie Schleusen renoviert und befinden sich in hervorragendem Zustand. Nur der große Ansturm durch den erhofften Wassertourismus blieb bis heute aus. Die Verkehrsdichte beträgt etwa ein Sportboot auf zwei bis drei Kilometer Flusslauf, ein Boot der Wasserschutzpolizei auf 120 Kilometer, und eine einzige Schute für Bauarbeiten auf derselben Strecke.
Am 5. August ging es endlich los. Nach drei Stunden Fahrzeit wird das Boot in Dömitz von einer Werft gekrant. Fahrzeug und Anhänger werden in einer ehemaligen NVA-Halle eingeschlossen. Um 12 Uhr passiere ich die Schleuse Dömitz, und dann kommt die völlig einsame Elde: Sonne, dösen und ein Nickerchen runden die Sache ab - so hatte ich mir den Fluss vorgestellt!  Das geht allerdings nur vor Anker oder an einem Baum festgebunden.
Einhand-Schicksal, der Autopilot funktioniert auf kleinen Flüssen nicht.
Wenige stillgelegte Industriebauten aus der Gründerzeit und gelegentlich ein paar Betonreste erinnern an die DDR.
Dann kommt die erste Herausforderung: Die Schleuse von Neu Kaliss, halb automatisch ohne jedes Personal, wird von mir lahm gelegt. Das Schleusentor steht offen, kein Mensch weit und breit zu sehen, ich fahre trotz roter Ampel in die Schleusenkammer und mache fest. „Das darf nicht sein“, sagt die Automatik und schaltet ab. Nichts geht mehr. Erst nach 15 Minuten kapiere ich, dass ich über Gegensprechanlage mit dem Schleusenwärter in Dömitz sprechen muss. Der reaktiviert die Anlage nach einigen theoretischen Erörterungen. Das Schleusentor schließt sich, der Wasserspiegel steigt. Ein freundlicher Schleusenwärter ist mir lieber als ein Automat. Der künstliche Stress wird am Abend im historischen Eldekrug bei Sauerfleisch und Bier abgebaut.
Am nächsten Tag mache ich Halt in Grabow. Eine gotische Backsteinkirche, Fachwerkbauten, teilweise liebevoll restauriert, eine verfallende große Wassermühle, eine geschlossene Brauerei. Rentner auf der Pier im Stadthafen erzählen, wie es früher war. Soll ich eine Diskussion anfangen? Ich lasse es und fahre weiter. Gegen 13 Uhr Neustadt/Glewe. Eine schöne alte Burg erzählt vom Mittelalter, das aufgedonnerte Schlosshotel und das völlig heruntergekommene Postamt von heute. Bedenklich erscheinen mir die Fehlinvestitionen der Nachwende, etwa 150 moderne Liegeplätze mit allen Versorgungsanlagen haben nur einen Gast, nämlich Krümel II. Unterschrift von Land und Bund, oder ist es ein geschlossener Immobilienfonds ohne Rendite? Ich fahre weiter.
Die nächsten acht bis zehn Kilometer liegen rechts und links vom Wasserweg riesige Karpfenteiche. Fischadler, Eisvogel und großer Brachvogel sind keine Seltenheit. In den Schleusen treffen sich in der Regel mehrere Flussschipper. Die Schleusenwärter verständigen sich telefonisch, um nicht zu viel Wasser durch die Einzelschleusung zu verlieren. Der Benutzer merkt nichts davon. Es sind die unterschiedlichsten Fahrzeuge unterwegs: Der Zehn- bis Zwölftonnenverdränger holländischer Bauart (1,2 Mio.) mit angestelltem Bootsmann; der rührende Eigenbau aus VEB-Material und das Charterboot aus Berlin teilen sich die Schleusenkammer.
Bei Kilometer 56 zweigt der Störwassweg zum Schweriner See ab. Im 16. Jahrhundert hatte der See für kurze Zeit eine Verbindung zur Ostsee über Wismar. Ab jetzt sieht man häufiger Boote mit gelegtem Mast, Schweriner Segler, die zur Müritz wollen.
Die Garwitzer Doppelkammerschleuse wird lässig passiert. Das Rezept dabei lautet: Hinten in der Schleuse bleiben, wegen der geringen Strömung, kurzen Bootshaken mitschiffs bereithalten zum Einklinken in die Leiter oder Kette, Arbeitshandschuhe wegen des Schlicks an den Kammerwänden, zwei Fender bleiben ständig außenbords, die Maschine läuft weiter, um sofort startklar zu sein, die Leiter wird erst losgelassen, wenn der Schleusenwärter oder die -wärterin nickt. Das ist das ganze Geheimnis des Einhandbetriebes. Manchmal bleibt auch noch genug Zeit für ein kurzes Gespräch oder das Überreichen von ein paar Schokoladenkeksen.
Gegen 20 Uhr mache ich vor der Schleuse in Parchim fest. Die Ampeln stehen auf rot: Feierabend! Essen im Mecklenburger Hof. Überschaubarkeit und norddeutsche Backsteingotik gemischt mit Fachwerkhäusern prägen das Gesicht vom Parchim. Die Stadt ist nicht überrestauriert und hat nicht den Puppenstubencharakter wie manche westdeutsche Städte der gleichen Zeit und Größe.
An der Neuburger Schleuse treffe ich Segler aus Schwerin. Nach einigen Fragen höre ich Klagen über die zunehmende Reglementierung und Bürokratisierung des Wassersports am Schweriner See (62 Quadratkilometer). Das Vokabular könnte einer Sitzung unserer Notgemeinschaft oder der Wettfahrvereinigung entstammen.
Überall die gleichen Nutzungskonflikte! Mir macht im Augenblick der Motor Sorgen. Nach etwa zwei Betriebsstunden wird er zu warm. Nach Lesen der Betriebsanleitung stellt sich heraus, dass ich beim Ölwechsel zuviel Öl eingefüllt habe.
Kilometer 99 - gegen 16 Uhr mache ich in Lübz-Marina fest. Guter Liegeplatz mit guter Versorgung. Das Bier entspricht der hohen Erwartung, ansonsten eine nette Stadt mit Schloss und alten Kirchen wie Grabow oder Parchim.
Am Dienstag, 8. August, fällt von 11 Uhr an Dauerregen, die Persenning  bewährt sich. Die Landschaft besteht aus Wald, Erlenbrüchen, Weiden, Schilf und grauen Weizenflächen, die auf den längst fälligen Mähdrescher warten. Gegen 14.00 Uhr passiere ich bei Regen Schleuse und Hubbrücke von Plau, der Eintrittspforte in die Mecklenburger Seen. Vorsichtshalber schon mal die Heizung einschalten. Die Gedanken kreisen um ein warmes Café und einen passablen Liegeplatz. Bei der üblichen „Ehrenrunde“ durch den Hafen wegen der Übersicht fallen mir zwei in Ölzeug vermummte winkende Gestalten auf dem Steg auf - Ina und Dieter Sokoll.
Der erste Teil der Reise ist beendet. Ein positiver Wetterbericht, ein schöner Stadtrundgang im Abendlicht und ein paar Lübzer Pilz lassen schnell den Regen vergessen. Es werden neue Pläne gemacht, die Müritz wartet. 120 Kilometer, 17 Schleusen, Beginn Sonnabend 12 Uhr, Ende Dienstag 14 Uhr, ungefähr 14 Fahrstunden. Als Unterlagen habe ich die Binnenschifffahrtskarten 2, Berlin und Mecklenburger Gewässer benutzt.
 

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Urlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte

von Ina Sokoll
 

Im letzten Sommer zog es uns, Dieter, unsere „Kore“ und mich,  mal wieder Richtung Osten. So viele Bekannte hatten uns schon von der Müritz vorgeschwärmt, dass wir beschlossen, sie uns selber anzusehen. Wegen der EXPO hatte Dieter nur 14 Tage Urlaub im Sommer, und so ein nahes Ziel kam uns gerade recht.
Nach knapp fünf Stunden Fahrt waren wir schon im schönen Regattahafen des Segelclubs Röbel. Obwohl die Vermessungen für die Europameisterschaft der 420er mit 80 internationalen Teilnehmern im vollen Gange waren und das Clubgelände sehr voll war, wurden wir sehr schnell von einem netten Hafenmeister gekrant. Den Trailer brachte Dieter dann auf ein Brachgelände etwas außerhalb von Röbel, das Auto konnte vor dem Club auf dem Parkplatz stehenbleiben.
An unserem ersten Urlaubstag erlebten wir eine böse Überraschung: Die Polster im Vorschiff waren völlig nass. Erst nachdem wir es im Urlaub noch einmal erlebt hatten, kamen wir auf die Ursache: Nach 17 Jahren war der Dichtring des Wassertanks porös, immer wenn wir getankt haben, ist Wasser durch den Kontrollschacht gedrungen und hat die Polster nass gemacht. Wir waren sehr froh, dass das Wetter so gut war, dass wir die Polster innerhalb weniger Stunden trocknen konnten, um unseren ersten Törn auf der Müritz etwas verspätet zu beginnen.
Unser erstes Ziel war Klink, die „Marina am Schloss“, sehr gepflegt und nicht überlaufen, obwohl oder wegen des Zeltfestes, das uns die halbe Nacht mit Musik unterhielt. Am nächsten Morgen haben wir uns das renovierte Schloss bei einem Rundgang angesehen, es ist ein Hotel der oberen Sterneklasse.
Unser nächstes Ziel war Waren: Schon beim Näherkommen fällt die schöne Stadtansicht mit den vielen bunten Häusern und dem mächtigen Kirchturm auf. Bei unserem Stadtgang haben wir schöne Plätze und hübsch renovierte Häuser entdeckt. Am besten gefiel uns der ausgebaute Speicher am Hafen mit den gemütlichen Kneipen und dem vor allem nächtlichen südländischen Flair.
Um von der Müritz in den Plauer See zu kommen, muss man leider den Mast legen, denn es gibt vier Brücken. Wir haben den Mast gleich in Waren am Steg gelegt und sind über den Kölpingsee, den Fleesensee und Malchow nach Lenz motort. Dort, am Eingang zum Plauer See, vor der letzten Brücke, haben wir mit gelegtem Mast übernachtet, was kein Vergnügen ist, weil dann das Hubdach nicht aufgestellt werden kann und es unter Deck ganz schön stickig ist.
Unsere Planung sah vor, dass wir ein oder zwei Tage auf dem Plauer See segeln, um uns dann mit Dieter Nordmeyer zu treffen, der über die Elde zum Plauer See kommen wollte. Die zweite Hälfte des Urlaubs wollten wir gemeinsam verbringen. Beim Stadtgang in Plau, einem Ort, in dem noch viel getan werden muss, standen wir auf der Eldebrücke, und ich dachte, es wäre ja lustig, wenn Dieter Nordmeyer jetzt unter uns durchfahren würde. Schade, dass wir nicht etwas gewartet haben, denn eine halbe Stunde später ist er wirklich unter dieser Brücke durchgefahren. Wir waren gerade wieder im Hafen, da sahen wir „Krümel“ im Hafen einen Platz suchen. Der 14Tage alte Hafen war fast leer und wir konnten unser gutes Timing und den Zufall nebeneinander gut feiern.
Wir haben dann einen schönen Segeltag auf dem Plauer See verbracht, im Norden baden, lesen und schlafen vor Anker, im Süden bei Bad Stuer am Fahrgastschiffsanleger für die Nacht festgemacht und Bad Stuer selber gesucht. Dieser Ort besteht nur aus einem Hotel, in dem man gut essen kann, einem Campingplatz und fünf Häusern. Der Abend ist mir in Erinnerung, weil es ein ganz milder Sommerabend war und wir nach einem schönen Sonnenuntergang lange draußen geklönt haben.
Am nächsten Tag sind wir dann nach Lenz gesegelt, haben den Mast gelegt und sind wieder nach Waren motort. Nach einem gemütlichen Abend in einer Hafenkneipe haben wir uns dann von Dieter Nordmeyer schon wieder für das Wochenende verabschiedet, er wollte seine Auto und den Trailer aus Dömitz holen und anschließend einen Freund besuchen, wir sind nach Rechlin gesegelt, um uns dort mit unseren Freunden Renate und Wolfgang zu treffen. Die beiden haben bei uns an Bord zwei Nächte geschlafen, was zwar etwas eng war, aber eine lange holländische Tradition hat.
Wie schon im Winter in Steinhude verabredet, haben wir Renates Schwester mit Mann besucht, die in Rechlin ein Motorboot gechartert hatten und mit uns eine schöne Motorbootfahrt auf den Kanälen vom Zechliner See bis zum Schloss Rheinsberg gemacht haben. Mit einem Segelboot kann man diese Tour nicht machen, es sei denn, man lässt den Mast gleich gelegt. Dann ist der Außenborder aber sehr störend.
Nach einem anstrengenden Wochenende haben wir uns dann mit Dieter Nordmeyer kurz vor Sietow getroffen, und nachdem wir fehlenden Schlaf vom Wochenende vor Anker nachgeholt hatten, sind wir abends in den kleinen Fischereihafen eingelaufen. Dort haben wir mal wieder den diesmal 2,5 Kilometer entfernten Ort gesucht, uns die Häuser um den Hafen angesehen und herrlich frisch geräucherten Fisch gegessen.
Es gibt nicht so sehr viele Häfen an der Müritz, deshalb sind wir wieder Richtung Waren gesegelt, haben das Naturkundemuseum besucht und abends wieder das schöne Hafenpanorama von der Kneipe im Speicher aus genossen.
Gut ausgestattet mit frischem Barschfilet von der Fischereigenossenschaft, sind wir dann zum Bolter Kanal gesegelt, ein hübsches ruhiges Plätzchen, schön geschützt und mitten im Nationalpark Müritz. Den haben wir am nächsten Tag mit Fahrrädern erkundet, die man ganz in der Nähe in der neuen Ferienhausanlage mieten kann.
Die Radwege sind gut ausgebaut und die Landschaft herrlich. Leider haben wir wenige Tiere gesehen, aber im Sommer muss man wohl früh aufstehen, wenn man etwas beobachten will. Trotzdem hat mir dieser Teil der Müritz besonders gut gefallen.
Der Bolter Kanal war ein schöner Abschluss unseres Urlaubs an der Müritz. Obwohl wir nur 14 Tage unterwegs waren, hatten wir uns gut erholt.
Wir werden bestimmt noch mal wieder an die Müritz fahren, ob zum Segeln, Wandern oder Radfahren weiß ich noch nicht.
 

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Ein ansehnliches Päckchen versammelte sich beim Absegeln des SCStM hinter dem Wilhelmstein. Zwölf Dickschiffe und Jollen taten sich bei strahlendem Sonnenschein zur schwimmenden Kaffeetafel zusammen und nahmen dann die lange Kreuz zurück in Angriff. In der Messe gab es abends Spanferkel, etwa 25 Mitglieder aßen mit.         sok

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Eine Herbstreise mit Antares in den Gewässern um Malta und Sizilien

von Jürgen Rinne

Den Sommer 1999 haben wir zu Hause in Deutschland verbracht. Am 21. September 1999 geht es per Flieger geht es nach Monastir und von dort aus per Taxi zu unserem Liegeplatz in Port el Kantaoui. Das Schiff ist zwar sehr staubig, aber sonst völlig in Ordnung. Die nächsten Tage verbringen wir mit Reinigung und Verproviantierung. Das Unterwasserschiff ist ziemlich stark bewachsen (Seepocken und Algen). Ich habe mir aus Deutschland ein Nottauchgerät mitgebracht, das für etwa 15 Minuten reicht. Wir fahren aus dem Hafen, und tauchenderweise entferne ich den Bewuchs am Unterwasserschiff. Geht leidlich.
Am 26. September heißt es gegen 6.30 Uhr „Leinen los“. All die Tage vorher herrschte ab ca. zehn Uhr ziemlich kräftiger Wind (4 bis 5 Bft). Heute nicht! Wir motoren bis etwa 13 Uhr, dann kann endlich gesegelt werden. Gegen 18.30 Uhr sind wir längsseits fest an einer ca. 60 Fußyacht im Fischereihafen von Kelibia (immer noch Tunesien). Bei der Einfahrt in den Hafen gerät uns eine komplette Schaumstoffmatratze in Propeller und Ruder, wir kommen aber ohne Tauchgang mit Hilfe des Bootshakens von diesem Unrat wieder frei.
Am nächsten Morgen heißt es Ausklarieren, wir werden Tunesien jetzt für längere Zeit verlassen. Um 8.30 Uhr wird abgelegt, es herrscht gleichmäßiger, leichter Wind, also übernimmt unser neuer Windpilot die Arbeit des Steuerns. Geht prima, kein Stromverbrauch, der Wind steuert das Boot und wir legen uns auf die faule Haut. Am späten Nachmittag erreichen wir den Hafen von Scauri auf der Insel Pantelleria. Diese kleine Vulkaninsel zwischen Sizilien und Tunesien gehört zu Italien. Es liegt lediglich ein weiteres Boot im Hafen. Der Eigner, ein Deutscher, hilft uns beim Festmachen.
Tags darauf lernen wir den Bootseigner näher kennen. Sein Vorname ist Trutz, Nachnamen tauschen wir erst gar nicht aus, sein Schiff liegt normalerweise in Monastir, jetzt wartet er hier mit Motorschaden auf Ersatzteile. Trutz entpuppt sich als netter Sonderling. Sein Schiff ist eine Beschreibung wert. Es handelt sich um einen ziemlich heruntergekommenen (hoffentlich wird Trutz mir diese Bemerkung verzeihen) englischen Motorsegler. An Deck leere Fässer, Eimer, Angelzeug. Auf dem Ruderhaus eine Kakteenzucht, und zur Krönung haust auf dem Vordeck ein leibhaftiges Karnickel mit Namen „Mümmel“. Da ein Bild mehr als tausend Worte sagt, siehe die beigefügten Bilder.
 Trutz ist hier auf Pantelleria wohlbekannt. Er hilft im Herbst bei der Weinernte, bekommt zum Dank kanisterweise Wein geschenkt, schmuggelt diesen nach Tunesien und verscherbelt dort den Wein an überwinternde Yachties. Die Bekanntschaft mit Trutz kommt auch uns zugute, ein Fischer bringt Wein und eine Muräne, ein anderer ca. ein Kilogramm frische Kapern. Auf Pantelleria werden reichlich Kapern geerntet.
Wir bleiben eine ganze Woche, mieten ein Auto und befahren mit Trutz als Reiseleiter die Insel. Schon im Reiseführer steht geschrieben, dass Autos, die auf dem italienischen Festland nicht mehr den Tüv-Segen erhalten, in Pantelleria als Mietwagen eingesetzt werden. So ist es! Beim Auto ist ein Rücklicht kaputt, fraglich, ob das Licht überhaupt noch geht. Die Bremsen quietschen ganz fürchterlich, wahrscheinlich ist der Bremsbelag völlig verschlissen. Aber macht nichts, die Insel ist klein, die Straßen schmal und schlecht, mehr als 50 Stundenkilometer kann man hier ohnehin nicht fahren. Im übrigen ist die Insel außerordentlich reizvoll, auf der Nordseite üppiges Grün zwischen schwarzen Lavabrocken. Selbst Giorgio Armani hat ein Anwesen.
Noch eine kleine Anekdote zu den Autos auf Pantelleria. Eines Tages sind wir mit dem Bus in die „Hauptstadt“ gefahren. Die Rückfahrt klappt nicht mehr, wir haben auf dem Fahrplan An- und Abfahrt verwechselt. Trutz weiß aber Rat. In der nächsten Kneipe gabelt er den Postboten auf, der uns nach einem gemeinsamen Gläschen Wein mit seinem VW Golf zurück nach Scauri bringen will. Ich nehme auf dem Beifahrersitz Platz. Staunend nehme ich zur Kenntnis, dass es im Auto überhaupt keine Armaturen mehr gibt. Wo einst Tacho und andere Instrumente saßen, gähnen dunkle Löcher mit heraushängenden Kabeln. Der Fahrer nimmt Platz, schließt die Tür und bindet einen Tampen vom Türgriff quer über seinen Bauch an den Handbremshebel. Aha, denke ich, der Sicherheitsgurt. Aber weit gefehlt, die Tür schließt nicht mehr und an dem Tampen wird die Tür festgehalten! Der Eigentümer strahlt und freudig ruft er „VW Golf  prima Macchina“. Nun, nach einer extra für uns veranstalteten Panoramafahrt kommen wir wieder heil an unserem Liegeplatz an. Am 3. Oktober brechen wir gegen 4.30 Uhr auf. Wir müssen jetzt wirklich weg von hier, sonst besteht die Gefahr, daß wir mit Trutz hier auf der Insel langsam vergammeln. Wir bereisen in den nächsten Tagen die Südküste Siziliens und nehmen am 10. Oktober Kurs auf Malta.
Der Wind ist erst gut, doch bald muss Diesel weiterhelfen. Gegen Mitternacht stehen wir vor der Hafeneinfahrt von Valletta. Pflichtgemäß melde ich mich über VHF Funk bei „Valletta Port Control“. Nach wenigen Worten bricht der Funkkontakt zusammen, unser Telefon ist komplett ausgefallen. Schei...! Wir schleichen in langsamster Fahrt in den Marsamxett (gesprochen  Marsamschett) Hafen. Es ist äußerst nervig, überall sind hohe Festungsmauern und keine weiteren Feuer. Gegen ein Uhr nachts am 11. Oktober sind wir endlich an der Zollpier von Msida Marina. Wir sind ziemlich geschafft, haben wir uns doch die nächtliche Ansteuerung leichter vorgestellt.
Um 8 Uhr öffnet das Zollbüro. Pünktlich stehe ich vor der Tür. Der Zollbeamte ist allerdings sichtlich erschüttert, dass es jemand so früh am Tage wagt, ihn zu stören. Erst holt er Stempel aus den Schubladen, dann diverse Schreibwerkzeuge und dicke Bücher. Dann bekreuzigt er sich. Sehe ich denn aus wie der Leibhaftige? Sein Englisch kann ich kaum verstehen. Ich fülle Formulare aus. Es entzündet sich eine Diskussion um die Spalte mit der Überschrift „Gross tonnage“. Das steht nicht in meinen Schiffspapieren und ich sage in Deutschland sei nur Länge, Breite, Tiefgang und Gewicht für Sportboote vermerkt. Antwort: „You are in Malta and not in Germany“. Da muss ich ihm recht geben. Nach einigem hin und her tragen wir eine 3 ein. Später in der Marina wird klar, dass dieser Wert überhaupt keine Bedeutung hat, die Liegegebühren werden wie üblich nach Gesamtlänge berechnet. Aber das interessiert einen maltekischen Zollbeamten natürlich nicht.
Die Hauptstadt Valletta ist wirklich interessant, aber sehr touristisch. Ein absolutes Muss ist die Fahrt mit einem öffentlichen Bus über die Insel. Die Busse, englischer Herkunft, stammen teilweise noch aus den 60igern. Der Fahrer hantiert virtuos mit dem riesigen Schaltknüppel, er sitzt rechts, denn in Malta herrscht Linksverkehr. Beim Schalten wird noch Zwischengas gegeben, die Federn und Stoßdämpfer sind wohl schon längst ausgebaut, rumpelnd und scheppernd geht es über die meist schlechten Straßen. Hinter uns sitzen eine Teilstrecke lang einige Fischfrauen vom Fischmarkt, der Geruch ist unwiderstehlich. Ansonsten gefällt uns Malta nicht sonderlich, außerhalb von Valletta ist alles ziemlich schmutzig und heruntergekommen.
Einige Tage später segeln wir zur kleineren Nachbarinsel Gozo. Hier gefällt es uns viel besser. Obwohl es doch eigentlich die gleiche Bevölkerung ist, ist es sehr viel sauberer und adretter. Leider müssen wir zum Ausklarieren nach Malta zurück. Am 24. Oktober machen wir uns auf den langen Weg zur italienischen Insel Lampedusa. Gegen Mittag kommt guter Wind auf. In der Nacht des nächsten Tages erreichen wir gegen drei Uhr den Fischereihafen von Lampedusa und machen an der Fischerpier fest. Diese Nachtansteuerungen von fremden Häfen strapazieren doch gehörig unsere Nerven, Leider müssen wir gegen neun Uhr den Platz wieder verlassen, weil ein Fischer dort festmachen will, und an die ziemlich ungeschützte und sehr schwellige Pier für Sportboote an einer Mooring mit Bug zur Pier festmachen.
Am Abend essen wir ausgezeichnet in einer kleinen, etwas schmuddeligen Taverne Fisch satt und können gar nicht alles aufessen. Vorspeise (Fisch, Oliven und gebackene Auberginen), große Fischplatte, ein Liter Wein, ein großes Bier, drei große Grappa, alles zusammen für DM 60,00. Für italienische Verhältnisse außerordentlich preiswert. Ansonsten gefällt mir Lampedusa nicht sonderlich, Ingrid sieht das anders.
Am 26. Oktober verlassen wir Lampedusa und segeln schlappe 30 Meilen zur kleinen Nachbarinsel Linosa. Im Gegensatz zu Lampedusa ist das eine Vulkaninsel. Wir liegen an der Fährpier, in den nächsten Tagen kommt keine Fähre. Die Pier ist natürlich für unsere Antares wieder einmal viel zu hoch, sodass ich eine Konstruktion aus Tampen und Reifen bastele, damit wir überhaupt einigermaßen komfortabel von und an Bord gehen können. Trotzdem ein toller Liegeplatz. Die Abendsonne beleuchtet den erloschenen Vulkan, der von der Sonne beleuchtete Steilhang strahlt in gelb und rot neben tiefschwarzer Lava. Ein gut Englisch sprechender Einheimischer macht uns darauf aufmerksam, dass wir bei aufkommendem Westwind den Liegeplatz sofort verlassen müssten, da dann eine hohe See aufkommt. Das ist uns klar, denn die Pier ist zur See hin völlig ungeschützt. Die Fischerboote werden hier auf Rollen an Land gezogen, Wasserplätze sind wegen des Seegangs bei Wind unbrauchbar. Doch wir haben Glück, es bleibt ruhig.
Auf Linosa gibt es ein sauberes, kleines Dorf mit schmucken Häusern, es gefällt uns sehr gut hier. Arbeitsplätze gibt es aber überhaupt nicht, auch kaum Tourismus. Allerdings sind die Steilküsten von Linosa ein Paradies für Taucher. Wovon die Menschen hier leben und die hübschen Häuser bauen konnten, bleibt uns unklar. Vielleicht EU-Gelder?
Donnerstag, 28. Oktober. N-NW ist angesagt. Wir verlassen gegen acht Uhr unseren Liegeplatz, können sofort segeln, Wind NW 2-3. Wir laufen drei Knoten. Im Laufe des Tages und besonders in der Nacht frischt der Wind auf 4 Bft auf und dreht auf NNW. Wir laufen mit etwa 70 Grad am wahren Wind auf Port el Kantaoui zu. Antares läuft in der Nacht zwischen 6,5 und 7 Knoten. Fahrt. Der Windpilot übernimmt das Ruder. Gegen vier Uhr am nächsten Tag stehen wir etwa drei Seemeilen vor der Hafeneinfahrt von Kantaoui. Erst auf zwei Meilen können wir die Einfahrtsfeuer sichten. Von den beiden vor der Einfahrt liegenden Tonnen ist nur die Steuerbordtonne beleuchtet, Backbord ist die Beleuchtung ausgefallen. Typisch Tunesien!
Gegen fünf Uhr machen wir an unserem alten Liegeplatz fest. Ein Marinaangestellter hat uns bemerkt und hilft beim Festmachen. Auch typisch Tunesien. Selbst mitten in der Nacht ist das Personal auf den Beinen! Trotz der Nachtzeit werde ich sogleich zum Polizeiposten zum Einklarieren geschleppt. Mein Einwand, ich könne dieses doch bitte später tun, macht keinerlei Eindruck. Aber die Beamten sind wie immer freundlich und füllen mir die Formulare selber aus, ich muss nur noch unterschreiben. Endlich können wir uns zur Ruhe begeben. Aber nicht lange, pünktlich um acht Uhr klopft der Zoll an und begehrt Einlass. Endlich sind alle Formalitäten erledigt und wir haben fortan Ruhe.
Diese Reise stand wettermäßig unter einem guten Omen. Es war ein außergewöhnlich warmer Herbst. Selbst Ende Oktober stieg das Thermometer tagsüber auf Lampedusa und Linosa auf bis zu 30 Grad Celsius. Selbst die Einheimischen stöhnten unter der Hitze. Die Gewässer um Pantelleria, die Südküste von Sizilien sowie Lampedusa und Linosa sind für Sportboote weitgehend unerschlossen. Keine Marinas, man ist auf Handels- und Fischerhäfen angewiesen. Daher gibt es auch keine Charterboote, die wenigen Boote, auf die man trifft, sind ausnahmslos Eignerboote, von Langfahrtcrews besetzt. Anders sieht es auf Malta aus. Hier gibt es einige Charterboote, aber auch nicht viele, jedoch überwintern hier eine große Zahl von Yachten, vorwiegend unter englischer Flagge.
 Der 9. November fliegen wir nach Hannover zurück. Wir wollen unseren Geländewagen per Fähre nach Tunesien holen, um dort den Winter zu verbringen. Doch das ist eine andere Geschichte.

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SURFEN FÜR SEGLER

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen Internetseiten zum Steinhuder Meer und zum Segeln vor. Heute: Die Verbände der bei uns starken Jollenklassen.
Die aktiven Regattasegler, die sich jedes Wochenende auf wechselnden Revieren mit ihren Gegnern treffen, haben auch im Internet die Gelegenheit dazu, wenn die Seiten der jeweiligen Klassenvereinigung gut gepflegt werden. Gelungene Beispiele sind der Auftritte der O-Jollen (www.olympiajolle.de) und Piraten (www.piraten-kv.de), wo es neben aktuellen Ergebnissen, Ranglisten und Terminen auch Foren zu Technik, Verbandsleben und Regeln sowie Bootsmärkte gibt. Damit setzt sich das Fachsimpeln an der Theke auch im Netz fort. Weniger gut gepflegt sind die Seiten der Klassenvereinigung der Laser (www.esys.org/laser) - die letzten Ergebnisse sind zwei Jahre alt.  sok
 

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Unsere neuen Mitglieder

Andreas Brokate:
Zu meiner Person mögen mein Alter (35 Jahre), Famlienstand (ledig), Wohnort (Gehrden) und Beruf (Forstreferent bei einer Mittelbehörde in Hannover) genügen.
Zum Segeln bin ich über meinen Cousin gekommen, der mich seit meiner Schulzeit bis zum Verkauf seines letzten Schiffs 1999 auf seiner Neptun 22 und später Duetta 86 zu Nordseetörns mitgenommen hat. Nach dem Studium hat meine berufliche Tätigkeit in relativer Küstenferne den Erwerb der nötigen Prüfungen (Sportbootführerschein, Segelscheine BR, BK und Funksprechzeugnis) herausgezögert; dies habe ich nach meinem Umzug ins „maritime“ Hannover nachgeholt. Das Fahrtensegeln auf Nord- und Ostsee sowie Mittelmeer macht mir viel Spaß, als weitere „Draußenhobbies“ stehen bei mir das Wandern und die Jagd hoch im Kurs.
Wie bin ich nun zum Jollensegeln und zum SCStM gekommen? Ich wollte auch außerhalb des Urlaubs mit vertretbarem zeitlichen und finanziellen Aufwand segeln, um mich nach Feierabend und an Wochenenden zu erholen. Da bot sich der Erwerb einer Jolle (augenblicklich Eikplast II), das Steinhuder Meer als Revier und Steinhude als Liegeplatz an. Auf den Verein hat mich Manfred Scheffel aufmerksam gemacht.

Susanne Freidel:
Ich bin in Schleswig groß geworden und habe dort in den 50er und 60er Jahren auf Opti und Pirat segeln gelernt Schon mein Großvater segelte auf der Schlei, und mein Vater führte das Hobby des Fahrtensegelns auf der Ostsee mit seiner Familie weiter. Mit meinem ehemaligen Mann bin ich in die finnischen und schwedischen Schären gesegelt. Als wir nach dem Studium in Niedersachsen blieben, verschoben sich die Prioritäten, die beruflichen Anforderungen und die kleinen Kinder erforderten eine Segelpause, bis wir dann wieder mit Jollen von einem Ferienhaus aus auf der Schlei segelten. Nach der Trennung von meinem Mann entdeckte ich durch einen Bekannten das Steinhuder Meer als Segelrevier hier in der Nähe von Hannover und war entschlossen, mir selbst wieder ein eigenes Schiff zuzulegen. Dabei lief mir Detlef Munke über den Weg, der mir half seine alte O-Jolle Probe zu segeln und der mir im SCStM einen Gastliegeplatz im letzten Sommer vermittelte. In dieser Zeit habe ich viele Mitglieder des Clubs kennen und schätzen gelernt und war positiv überrascht von der großen Hilfsbereitschaft, die mir entgegenkam, und von der spontanen und herzlichen Aufnahme auch meiner Kinder. Ich habe vier Kinder, aber nur zwei leben noch im Haus, mein Sohn Niels, jetzt knapp 15 Jahre alt und meine Tochter Franziska, 10 Jahre. Ich freue mich, nun Mitglied im SCStM zu sein und hoffe auf viele schöne Segelsommer am Steinhuder Meer und eventuell auch anderswo.

Hinrich Hinrichs:
Ich freue mich dabei zu sein - allerdings fällt bei mir die endgültige Entscheidung zur Clubmitgliedschaft erst im September, da ich noch persönliche Bindungen zu der Steggemeinschaft N23 habe. Beruf?...nachdem ich meiner Fernseh-Service-Firma müde war und einen Käufer fand, beschäftige ich mich mit Unternehmensberatung, speziell Lebensmittelproduktion und Exportabwicklung.  Familie: verheiratet, Tochter und Sohn, dieser segelbegeistert mit Katamaran, beide erwachsen, selbstständig. Den SCStM kenne ich durch meinen langjährigen Freund Heinrich Opitz und Familie Brandl seit ca. 30 Jahren. Für Wasser und Schifffahrt begeistere ich mich von Kindheit an (eben auch gebürtig von der Waterkant). Die Befähigung zum A-Schein erlernte ich mit 28,  es folgten Sportboot und BR. Mit meiner Bavaria 606 habe ich das für mich richtige Schiff gefunden: voran gingen O-Jolle, Katamaran, Rethana 24 und eine seegängige LM 32. Neben dem Binnensegeln nehme ich regelmäßig an Segeltörns in Nord- und Ostsee teil, bzw. chartere selbst ein Schiff. Regatten reizen mich weniger, allein die Verbundenheit mit Natur, Wasser und Schifffahrt ist mir wichtig.

Wilhelm Stoepper:
Ausschlaggebend, das Segeln zu erlernen, war zunächst ein Urlaub am Bodensee. Dort bin ich das erste Mal vor 15 Jahren auf einer „patentfreien“ Jolle gesegelt.
Ich bin 43 Jahre alt, verheiratet und stamme aus Hannover. Vor 14 Jahren bin ich berufsbedingt (Mitarbeiter der Stadtsparkasse Wunstorf) nach Wunstorf gezogen. Seit 8 Jahren lebe ich in Klein Heidorn. Trotz der guten Wassersportmöglichkeiten vor der „Haustür“ sind meine Frau und ich erst vor 2 Jahren dazu gekommen den Sportbootführerschein Binnen zu erwerben. Das lag einerseits an der Erziehung der drei Kinder (Töchter 14 u. 13, Sohn 10 Jahre alt) andererseits daran, dass naheliegende Möglichkeiten wie so oft ungenutzt bleiben.
Nach einer harten aber guten Ausbildung bei der Segelschule Göhring bekamen meine Frau und ich 1999 den Sportbootführerschein Binnen. Nach meinem Sommerurlaub 1999, den ich mit diversen gemieteten Jollen heil überstanden hatte, entschloss ich mich ein Boot zu kaufen und erwarb eine Orion 20. Zum SCStM gelangte ich über den guten Kontakt zu meinem Kollegen Erhard Jahn. Da ich selbst „blutiger“ Anfänger bin, hoffe ich durch den Verein weiter an den Segelsport herangeführt zu werden und auch meine Kinder für das Segeln zu gewinnen.
 

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REGATTA / Ergebnisse 2000 von Niels Schlieker
Einige Lichtblicke in schlechter Saison

Vorweg - es war die schlechteste Regattasaison, seit ich mich 1962 als Kapitän und Reeder selbständig gemacht habe. Ausreden gibt es immer.
Insgesamt habe ich nur sieben Regattaserien gesegelt. Gründe dafür waren: Boot kaputt, zu faul, Konkurrenz zu gut, Schipper kaputt, „Opa“, Rentenalter, andere Interessen usw.
Trotzdem gab es einige Lichtblicke:
Osterei Eutin 10. von 46, Maschsee 2. von 18 und Jade-Cup Wilhelmshaven 4. von 39.
Außerdem belegte ich die Plätze: Silberne Seerose 14. von 35, Holsteiner Ausklang 20. von 38, Allersee 21. von 23 (Havarie). Am Hohenauer See, Brandenburg, erreichte ich bei 45 Startern keine Platzierung, da ich mit 25 Leidensgenossen wegen Flaute aufgegeben habe.
Inzwischen wurde der „Hoppel“ an zwei Stellen operiert und außerdem einer Schönheitskur bei Dieter Pahl unterzogen. Mal sehen, ob es dem Opa noch mal hilft?

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termine*termine*termine*termine*termine*termine

5. Mai Ansegeln
16. Juni Dickschiffregatta
17. Juni Jazzfrühschoppen
11. August Sommerfest mit Clubregatta
17.-19. August Festliches Wochenende
22. September Absegeln
27./28. Oktober Stegabbau
18. November Grünkohlessen
  9. Dezember Nikolausfeier

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