Nummer 16, Oktober 2001

Editorial
Rekordbeteiligung beim Sommerfest
Den Altmeister überholt
Bagger schafft Tiefgang
Auch Schauer stört Swingstimmung kaum
SCStM zeigt Flagge in Schweden
Surfen für Segler
Gegen den Wind nach Nord-Zypern
Termine
Der Kassenwart informiert


Liebe Leserin, liebe Leser,

dieser Sommer hatte zwei Höhepunkte im Clubleben. Neben unserem Sommerfest, das wir wegen der frühen Ferien in den August gelegt hatten, war es der Jazzfrühschoppen zu unserem 80. Geburtstag im Juni. Trotz eines zwischenzeitlichen Regenschauers war der Tag ein großer Erfolg, allen Helfern sei herzlich gedankt.

Während es mit dem Tiefgang scheinbar keine größeren Probleme gab, ist wohl doch eine neue Hürde beim Segeln aufgetaucht: Zum Ende des Sommers waren im  Meer so viele Pflanzen wie fast seit Jahrzehnten nicht mehr, viele von uns haben es erlebt, wenn sie hängen geblieben sind. Während die Entschlammung jetzt beginnt, bleibt offen, wie sich das im kommenden Jahr weiter entwickelt.

Ich wünsche eine geruhsame Winterzeit und reichlich Vorfreude auf die nächste Segelsaison.
 

Der Herausgeber
 

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CLUB / Detlef Munke gewinnt Vereinsmeisterschaft
Rekordbeteilligung beim Sommerfest

(sok) Detlef Munke hat am 11. August in der O-Jolle die Clubmeisterschaft des SCStM gewonnen. Bei frischem Wind kam er nach einem doppelt gesegelten Dreieckskurs zwar nach Alexander Kirchmann und Matthias Hartmann im 505er durch das Ziel, nach Yardstick stellte er sich aber als Sieger heraus. Auf den zweiten Platz von 20 Teilnehmern kam Jürgen Zerfass, ebenfalls O-Jolle, vor Carsten und Heike Stille, die auch den Piraten-Pokal gewannen. Günter Heyer gewann den Mittelpokal.
Nach der Wettfahrt galt es zwei Boote zu taufen. Sabine Hogrefe-Scheffel und Manfred Scheffel ließen ihre M22 ,,Aqua Vite" stolz von Dieter Sokoll taufen, der sie in der Runde der BIGA-misten begrüßte. Der Vorsitzende Dieter Nordmeyer stiftete einen Preis für die beste Biga/M22. Danach war er es, der auch die O-Jolle von Heyer auf den Namen "Forelle" taufte.
Das abendliche Sommerfest profitierte vom unerwartet guten Wetter, so dass überraschend doch die Bänke für draußen zum Einsatz kamen. Mehr als 80 Besucher bescherten dem Fest eine Rekordbeteiligung. Nicht alle hielten lange durch, dafür machten wenige umso länger...

1. Detlef Munke (O-Jolle)
2. Jürgen Zerfass (O-Jolle)
3. Carsten Stille/Heike Stille (Pirat)
4. Jens Hufnagel (O-Jolle)
5. Dieter Pahl (O-Jolle)
6. Helmut Stille/Dagmar Lücke (Pirat)
7. Alexander Kirchmann/Matthias Hartmann (505)
8. Sven Sokoll/Lars Krull (Pirat)
9. Laurenz Görth/Christiane Opitz (Pirat)
10. Günter Heyer (O-Jolle)
11. Maren Büsselberg/Janina Wruck (Lanaverre 590)
12. Gerhard Spitta/Margit Spitta (Neptun 22)
13. Dr. Bernd Lücke/Veronika Lücke (Neptun 20)
14. Dr. Dieter Nordmeyer/Gert Diederich (Sprinta 70)
15. Erhard Jahn/Jan Bliemel (Biga 24)
16. Karin Brandl/Hinrich Hinrichs (Bavaria 606)
17. Dorit Meister/Edith Lange (P-Boot)
18. Manfred Scheffel/Sabine Hogrefe-Scheffel (M 22)
19. Andreas Brokate/Ulrike Hübner (Happy Sailing)
20. Wilhelm Stoepper/... Stoepper (Orion 20)

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REGATTA / Detlef Munke erlebt erfolgreiche Saison in der O-Jolle
Den Altmeister überholt

„Nun bin ich dran!“ - fast jeder Segler denkt das, wenn er während einer Wettfahrt bei sieben Windstärken halsen soll. Falsch gedacht, ich sitze am Schreibtisch und bin bemüht, einen interessanten Beitrag für unseren wirklich lesenswerten Verklicker zu Papier zu bringen. Also, es fing damit an, dass Niels Schlieker mir androhte: „Wenn du demnächst bei einer reellen Regatta vor mir platziert wirst, trete ich dich in den A...“. Nun ist es passiert, ich habe mich an Niels vorbeigeschlichen, und er bekommt das Bein nicht mehr hoch. Ich habe also Glück gehabt.
Aber nun zur Segelei: Höhepunkt dieses Jahres war die Teilnahme an der European Championship, die auf dem Gardasee ausgesegelt wurde. Es starteten 117 O-Jollensegler aus fünf Nationen, ein riesiges Feld, vor einer atemberaubend steilen Felskulisse, die direkt vom Ufer bis auf fast 1000 Meter aufsteigt. Und das Wasser erst: Wunderbar klar und etwa 20 Grad warm, aber 300 Meter tief. Ich erreichte hier den 37. Platz. Meine weiteren Regattaergebnisse in diesem Jahr :

* Silbernen Seerose 45 Teilnehmer / Platz 22;
* Kupferne Rohrdommel (Dümmer) 67 Teilnehmer / Platz 18;
* Holsteiner Schinken (Plöner See) 48 Teilnehmer / Platz 20;
* Pfingstwettfahrten (Steinhude) 11 Teilnehmer / Platz 5;
* Berliner Meisterschaft (Müggelsee) 29 Teilnehmer / Platz 4;
* Einhand Regatta (Brombachsee) 17 Teilnehmer / Platz 2 ;
* IDM (Schwielochsee) 52 Teilnehmer / Platz 35;
* Herbstwettfahrten (Steinhude) 13 Teilnehmer / Platz 3;
Nicht zu vergessen meine erste Teilnahme an unserer Club-Meisterschaft, die ich gewinnen konnte. Im Herbst startete ich noch beim Herbstpokal am Hohenauersee, beim Zinn-Cup in Steinhude, beim Dümmer-Cup und beim Einhandpokal auf dem Allersee.

Besonders freue ich mich über zwei Wettfahrten, die ich vor starker Konkurrenz gewinnen konnte. Da ich nun mal kein geborenes Segelgenie bin und das Segeln durch Segeln lerne, habe ich auch viel von unseren O-Jollenhasen Niels und Jürgen gelernt. Nun, mal sehen ob ich das Erlernte beim Regattasegeln weiterhin gut umsetzen kann.

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CLUB / Beteiligung an Entschlammung
Bagger schafft Tiefgang

(sok) Die beginnende Entschlammung des Meeres hat auch dem Hafenbecken des Segel-Club Steinhuder Meer mehr Tiefgang verschafft. Der Verein hat sich an einer Inintiative des Hannoverschen Yacht-Clubs beteiligt, der dafür ebenso wie die Nachbarn vom Segelclub Hannover schon Anfang September den Steg abgebaut hat. In der ersten Oktoberwoche trat der Saugbagger eines holländischen Unternehmens in Aktion. Da es sich an den Stegen vor allem um Sand handelte, wurde die abgepumpte Mudde nicht auf dem errichteten Polder in Großenheidorn, sondern an der Badeinsel abgelagert.
 

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Auch Schauer stört Swingstimmung kaum

(sok) Die Musiker von den Jazz O'Maniacs haben uns gut unterhalten. Beim Frühschoppen am 17. Juni, bei dem wir den 80. Geburtstag des Clubs gefeiert haben, spielten die Hamburger Jazz der 20er Jahre und ließen sich auch von einem kräftigen Schauer in der Mittagszeit nicht schrecken. Auch die zahlreichen Besucher harrten während des Wolkenbruchs aus und ließen in der Messe, wie es ein Gast nannte, ein "sympathisches Chaos" entstehen. In einem kleinen offiziellen Teil hatte unser Vorsitzender Dieter Nordmeyer die Gäste begrüßt und etwas zur Historie des Vereins erzählt, worauf Niels Schlieker die Band vorstellte. Ortsbürgermeiser Jürgen Engelmann sprach ein Grußwort, und Altmitglied Herta Ballhause überraschte mit einem Gedicht und einer ausladenden Neptun-Statue.

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SCStM  zeigt Flagge in Schweden

von Margit Spitta

Die Idee klang wirklich äußerst verlockend: Drei Wochen Segeln in den schwedischen Schären südlich Stockholm ! Und das als Geschwaderfahrt, vielleicht drei oder allerhöchstens vier Schiffe, mit lauter netten Leuten. Wir, d.h. Texas und ich, hatten seit mehreren Jahren keine richtige Fahrtensegelei mehr betrieben, zuletzt auf den Mecklenburgischen Seen, aber das war auch schon wieder etliche Jahre her. Also entschlossen wir uns, in Schweden mitzumachen..
Je näher der Termin im Sommer 2001 rückte, desto klarer zeichnete sich ab, dass unser „Geschwader“ in Schweden nicht aus drei, auch nicht aus vier oder fünf, nein, aus sechs  Schiffen bestehen würde! Oh je, und das mir, wo ich doch so allergisch bin gegen Fremdbestimmung, Gruppenzwang und ähnliches mehr........ Naja, nun hatten wir einmal zugesagt, also los ging’s am 27. Juni abends nach Travemünde, wo wir alle - zunächst fünf Gespanne - am nächsten Morgen an Bord der „Peter Pan“ gehen wollten.
Fünf Gespanne, das waren:

      „KORE“       mit Dieter und Ina Sokoll
      „PHAGE“    mit Hannes Spitta und David Powell
   „DELPHIN“  mit Joachim und Karin Frucht
   „THOR“  mit Manfred Schröder und Laurenz Görth
   „NORA“  mit Texas und mir
Das 6. Gespann, „KRÜMEL II“ mit Dieter Nordmeyer und Gert Diederich
würde einen Tag später nachkommen.
Zunächst also Überfahrt Travemünde - Trelleborg bei diesigem, regnerischem Wetter.
Nach einer Übernachtung im Regen auf dem Parkplatz eines Campingplatzes (denn auf dem Campingplatz selbst war für so viele, derartig raumgeifende Gespanne kein Platz) ging es am nächsten Morgen bei immer noch schlechtem Wetter weiter über Land nach Blankaholm an der schwedischen Ostküste. Hier wurden die Schiffe zu Wasser gelassen und die Gespanne für drei Wochen abgestellt. Alles klappte gut, und auch der Regen hatte aufgehört. Für die nächsten 14 Tage sollten wir nur Sonne und guten Segelwind aus der richtigen Richtung haben.
Unser Ausgangspunkt Blankaholm liegt ca. 250 Straßenkilometer südlich von Stockholm. Von hier aus ging es zunächst immer nach Norden, wir „machten“ durchschnittlich am Tag 20 Seemeilen - mal mehr, mal weniger. Morgens jeden Tag das gleiche wichtige Ritual: Nach dem Frühstück erstmal Steuermannsbesprechung.
Alle breiteten ihre Seekarten aus und markierten die vorgeschlagene Route bzw. den für den Abend anvisierten Treffpunkt. Mehr Verabredung war nicht nötig, da wir alle uns auf dem „Quasselkanal 72“ über Funk stets verständigen konnten. Ablegen meistens gegen 10 Uhr.
Das Gebiet der ostschwedischen Schären ist landschaftlich wirklich äußerst reizvoll. Wie große, graue Elefanten liegen die Felsen im Wasser, häufig völlig kahl, nur von Wasservögeln bevölkert. Im inneren Schärengürtel sind die Inseln oft bewaldet und man sieht nur mit dem Boot zu erreichende, in großer Einsamkeit liegende Hütten, gestrichen in dem typischen Falun-Rot. Unwillkürlich denkt man an die Geschichten von Astrid Lindgren .........
Das Segelrevier der schwedischen Ostschären hat es navigatorisch „in sich“. Ohne die neuesten Seekarten geht nichts - man muss ständig verfolgen (und möglichst abhaken !), welche Schäre man gerade passiert hat, und vor allem, wo genau Steine und Felsbrocken unter der Wasseroberfläche liegen. Wie drückte es doch der nette Kranbediener bei unserer Rückkehr in Blankaholm so schön aus:  „Bei uns segelt man nicht nur über Wasser, sondern auch über Felsen. Wer in diesem Jahr nicht aufläuft, tut es garantiert im nächsten !“ Und zwei Booten aus unserem Geschwader passierte es wirklich schon in diesem Jahr - einmal mit Glück  o h n e  Schaden, das andere Mal leider  m i t  Schaden - aber mit Glück im Unglück: es passierte nämlich erst am letzten Tag !
Auf unserem Weg nach Norden und auch später auf dem Rückweg fanden wir durch die hervorragende Revierkenntnis von Ina und Dieter immer wieder besonders schöne Übernachtungsplätze. Ob einfach so an einer Schäre oder in Häfen wie Loftahammar,
Arkösund, Trosa, Nyköping, Oxelösund oder Västervik - meistens konnten wir sogar alle nebeneinander liegen! Am schönsten fand ich persönlich immer wieder die Liegeplätze in der freien Natur, an einer Schäre, obwohl das Anlegen und Festmachen mit  Schärennägeln, die per Hammer in die Felsspalten getrieben werden mussten, und das Anlandgehen an steilen Schären nicht einfach war.  Aber erfahrene Skipper fanden doch meistens einen Ankerplatz mit sog. „Damentreppe“, d.h. natürlichen Trittstufen im nicht zu steilen Gestein !
Zu den schönsten Erlebnissen zählt das wiederholte gemeinsame Grillen von Fleisch und Braten oder Räuchern von Fisch abends nach dem Festmachen. Alle Crews entfalteten eine enorme Kreativität im Herstellen von Salaten und anderen Beilagen aus Bordbeständen. Eine Vielfalt von Getränken, aus deutschen Landen mitgebracht, rundeten das Ganze ab. Huvududden (heißt wirklich so!) ist mir da als besonders romantischer Platz in Erinnerung - der Präsident steuerte sogar eine geeignete Campflagge bei!
Erstaunlicherweise war es oft schwierig, ja unmöglich, frischen Fisch zu bekommen -
am besten gelang das in Harstena, wo ein alter Fischer für uns seinen gesamten Fang an Schollen aus der Nacht zuvor filetierte - auf dem Bretterboden seines urigen Fischerschuppens, mit geschickten, mit Fischblut verschmierten Händen. Auf die Überreste, die der alte Mann dann auf einen Felsen schüttete, stürzten sich unzählige, laut kreischende Möwen, und in Sekunden war alles verputzt.
Hin und wieder galt es auch, schwierige Situationen zu meistern. Gleich am ersten Segeltag auf unserem Weg nach Norden fand mein ganz persönliches „Waterloo“ statt. Ich sage nur:“Händelöp“! So heißt ein winziger Fischerhafen mit einer äußerst engen Hafeneinfahrt. Frischen Fisch wollten wir dort  kaufen. Bei starkem achterlichem Wind bretterte die „Nora“ unter Motor (und mit mir am Steuer....) in den kleinen Hafen. Abgebrochener Ganghebel, herbei eilende Helfer, Texas knietief im Wasser, große Aufregung, alles missglückt - und frischen Fisch gab es auch nicht!  Folge: mittelschwere Depressionen an Bord der „Nora“ .........
Ein anderes Mal kam von einem unserer Schiffe die Hiobsbotschaft: „Wassereinbruch an Bord, Grund unklar. Könnte ein Leck sein!?!“  Das Geschwader verharrte,  blieb in Hab-Acht-Stellung, um eventuell helfen zu können. Nach einiger Zeit die erlösende Nachricht: „Schuld war nur ein undichter Wasserkanister.....!“ An Bord eines unserer Schiffe soll es nach einer Überdosis Rotwein in Kombination mit einer eben solchen Williams Christ zu dem sog. „Aspö-Syndrom“ gekommen sein - sehr unangenehm, wie man hörte .......... Aber alle diese und andere,  für die verschiedenen Crews nicht leicht zu verkraftende Situationen wurden erfolgreich abgewettert.
Apropos Wetter: Nach etwa zwei Wochen setzte „Ölzeug-Wetter“ ein: Regenschauer, Starkwind, Wellen,  später Flaute, Dauerregen. Wir waren auf dem Rückweg, und der von Ina bestellte günstige Wind, nämlich aus nördlicher Richtung, war ausgeblieben. Trosa war unser nördlichster Hafen gewesen. Von dort aus hatten wir per Bus und Bahn einen Tagesausflug in das sommerlich heiße Stockholm gemacht. Hier hatte auch ein Crew-Wechsel stattgefunden: Unsere beiden Youngsters, Laurenz und David, fuhren nach Hause, und Henning und Gisela Schulz kamen an Bord der „Phage“. Ludger Waller ging an Bord der „Thor“, und Fruchts verließen uns in Nyköping.
Die Überfahrt von Nyköping nach Oxelösund werde ich sicher so schnell nicht vergessen. Alles kam anders als gedacht.  Bei Windstärke 6 gegen Wind und Wellen war einfach keine Höhe zu gewinnen, und so suchten „Kore“, „Phage“ und „Nora“  irgendwann Schutz auf der windabgewandten Seite der Insel Längskär. Gegen Abend flaute der Wind ab, und um 21 Uhr, nach Abhören des Seewetterberichts, waren wir nach einem Blitzstart in Richtung Oxelösund unterwegs. Eineinhalb Stunden, unter Motor und Segel, mitten in einen unglaublich farbigen, fast dramatischen Sonnenuntergang hinein.........
Was kann man zusammenfassend über diesen Törn sagen?
Für mich war das Gemeinschaftserlebnis das Besondere. Meine Angst vor Fremdbestimmung und Gruppenzwang - völlig unbegründet ! Jeder kam auf seine Kosten - der ambitionierte Segler, die leidenschaftlichen Tortenesser, der begnadete Koch, die passionierten Schwimmer, die Liebhaber von Orgelkonzerten, die, die gerne das Tanzbein schwingen - alles war möglich!
Die Stimmung in der Gruppe war überaus harmonisch, jeder war bemüht, sich einzubringen und sein Bestes zu geben. Ganz besonders muss man da Ina und Dieter Sokoll nennen, ohne deren Revierkenntnis und einfühlsame Törnleitung das Ganze sicherlich nicht ein solch unvergessliches Erlebnis für uns alle geworden wäre. Für ihre unendliche Geduld, ständig diesen „Rattenschwanz“ in ihrem Fahrwasser zu haben, ganz herzlichen Dank !
300 Seemeilen in drei Wochen - mancher mag das wenig finden. Für uns war es genau richtig!

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SURFEN FÜR SEGLER

Wer im Netz Information zum Segelsport sucht, startet am besten auf Einstiegsseiten, die zu anderen Inhalten verweisen oder selber redaktionelle Angebote vorhalten. Empfehlenswert ist die Seite www.segel.de. Nach eigenen Angaben mehr als 16000 Seiten sind mit übersichtlichen Menüs anzusteuern. Es handelt sich um eine riesige Linksammlung mit wenig eigenen Inhalten. Einzelne Reviere und Bootsklassen  sind ebenso anzusteuern wie Zubehörhandel und Serviceangebote wie Wetter. Der Bootsmarkt ist umfangreich, allerdings ist bei vielen Anzeigen die Frage, ob sie noch aktuell sind. Regattaergebnisse finden sich nicht oder nur über Links zu den Veranstaltern.
Wer sie sucht, ist bei www.seglerinfo.de besser aufgehoben. Die einfach aufgebaute Seite ist eindeutig an Jollenseglern orientiert und bietet einen umfangreichen Regattaergebnisdienst. Dafür ist die Linkliste sehr schwach, der Bootsmarkt kümmerlich.
Die Kleinanzeigen sind wiederum eine der Stärken der Seite www.esys.org. Das mit viel Lob gestartete System wirkt heute äußerst unübersichtlich, wie ein Jahrmarkt, bei dem man mit etwas Stöbern interressante Sachen finden mag, aber schnell die Lust dazu verliert. Die Regattaergebnisse stammen von 1997/98 und sind damit unbrauchbar, gerade zwei Links verweisen zu Vereinen. Kein Wunder, dass die positiven Pressestimen von 1997 stammen, seitdem ist wohl nicht mehr viel geschehen. Eine weitere Seiten ist www.sail24.com, die im Einstieg den Schwerpunkt auf Nachrichten legt, aber meist von internationalen Hochseeereignissen. Klickt man sich zu Jollenregatten durch, stehen dort einige veraltete Nachrichten, aber Ergebnisse wie die der Steinhuder Regatten sind dann gut zu finden. Einige Törnberichte auch zu den Clubseglern vertraten Revieren wie Friesland und Fünen. Die Seite www.boote.de hat einen großen Kleinanzeigenmarkt und bietet eine Suchmaschine über ihre Links, allerdings ist die Seite des SCStM dort nicht zu finden. Sonst ist die Seite ziemlich Ostsee-orientiert und bietet nicht sehr viele Infos.

Alle Links sind auch auf der Vereinsseite www.scstm.de zu finden.

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Ein Segeltörn mit ANTARES in den „Nahen Osten“ / von Jürgen Rinne

Gegen den Wind nach Nord-Zypern

Wie schon im Heft Nr. 15 angedeutet, haben wir den Winter 1999/2000 in Tunesien verbracht. Im Frühjahr 2000 erkundeten wir die Gewässer in Tunesien, um uns dann auf die Reise um Sizilien, Liparische Inseln, um den Italienischen Stiefel, Ionische Inseln und Ägäis zu machen. Im Sommer 2000 lag Antares in „Porto Heli“ frei schwojend an einer Muring. Port Heli liegt an der Ostseite des Peloponnes. Wie üblich verbringen wir die heiße Jahreszeit (Juli, August) lieber hier zu Hause bei gemäßigtem Klima. Anfang September ging es dann weiter durch die Ägäis in die Türkei bis in die Marina von Kemer nahe Antalya. Hier stand Antares im Winter 2000/2001 an Land, wir blieben in Deutschland zu Hause.

Bereits im Herbst während der Anreise nach Kemer informierten uns Segelkameraden von der Existenz der East Mediterranean Yacht Rallye (E.M.Y.R.). Diese Rallye wird jeweils im April in Istanbul gestartet und geht entlang der Türkischen Küste über Zypern, Syrien, Libanon, Israel bis nach Ägypten. Der Hauptstart ist allerdings Anfang Mai in Kemer. Nach reiflicher Überlegung füllten wir im Winter die Meldeformulare aus, und per E-Mail ging die Meldung an die Meldestelle in der Marina Kemer, wo alle Fäden zusammenlaufen. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person 300 Mark. Charterschiffe dürfen nicht teilnehmen, die Mindestbesatzung sind zwei Personen. In der Gebühr sind nahezu alle Hafengelder, sowie die abendlichen Rallye-Dinners, aber keine Kosten für die Ausflüge enthalten.

Am 5. Mai ist der Hauptstart in Kemer. Es haben lediglich 50 Schiffe gemeldet, in den Jahren davor waren es immer so um die 100. Viele haben die Reise aus Angst vor Unruhen speziell in Israel abgesagt. Es sind alle Schiffsgrößen vertreten, vom Neun-Meter-Schiff bis zu 20 Meter langen Yachten aus allen möglichen Ländern. So sind Yachtleute aus England, Frankreich, Kanada, USA, Holland, Belgien und der Türkei dabei. Umgangssprache ist Englisch. Die größten Schiffe fahren unter US-Flagge, die Crews sind in der Regel auf Weltumseglung und verbringen ein Jahr im Mittelmeer, um dann über die Kanaren und Karibik wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Also eine insgesamt interessante Gesellschaft.

Die Vor- und Nachteile einer solchen Rallye (nicht Regatta!!) will ich doch gleich zu Beginn erläutern. Vorteile sind, dass die Formalitäten für problematische Länder wie Syrien, Libanon und Israel vorbereitet sind, die Schiffsflotte ist avisiert, somit ist das Befahren und Einklarieren in diesen Gewässern doch sehr vereinfacht. Die Sicherheit ist größer, zwei Schnellboote der „Türkish Coastguard“ haben die Flotte von Anfang bis Ende begleitet, auch sind die teilnehmenden Boote bei Havarien oder Materialproblemen natürlich zur gegenseitigen Hilfe aufgerufen. Ausflüge an Land sind vorausgeplant, natürlich zu attraktiven Zielen.

Allerdings sind Abfahrten und auch Ankunftszeiten vorgeplant, für individuelle Planungen fehlt der Spielraum. Ist also wenig Wind, muss motort werden, damit die Ankunftszeiten (wegen der geplanten Empfänge, Ausflüge usw.) in etwa eingehalten werden. Kommt kräftiger Wind von vorn, wird es für die kleineren Schiffe problematisch. Die Distanzen zwischen den einzelnen Etappen sind sehr groß, zwischen 80 und 160 Seemeilen, so dass immer eine Nachtfahrt angesagt ist. Für eine kleine Crew von zwei Personen ist das eine erhebliche Belastung. Da in der Regel nach der Ankunft bereits Stadtrundfahrten und abendliches Dinner geplant sind, bleibt keine Zeit zum Ausruhen. So konnten wir einige Veranstaltungen auch wegen Übermüdung nicht besuchen. Über diese Vor- und Nachteile waren wir uns natürlich von vornherein im Klaren.

Am Sonnabend, den 5. Mai ist der große Augenblick gekommen, um 10 Uhr ist der Start vor der Marina Kemer. Die Boote sind in Größenklassen eingeteilt, wobei zu jeder Gruppe etwa zehn Boote gehören. Wir gehören natürlich zu der Gruppe der Kleinsten. Alle vier Stunden haben wir per UKW-Funk unsere Position an unseren „Leitwolf“ zu melden, damit keiner verloren geht. Es herrscht wolkenloser Himmel, es ist bereits sehr warm zu dieser Jahreszeit, aber nahezu windstill. Also kommt die „Diesel-Genua“ zum Einsatz. Das erste Ziel ist Girne auf Nord-Zypern, also der türkische Teil der Insel. Die direkte Distanz beträgt 155 Seemeilen, Ankunftszeit ist für den nächsten Morgen zwischen 10 und 14 Uhr geplant.

Gegen 20 Uhr wird es dunkel, wir freuen uns auf eine ruhige Nacht, es herrscht Vollmond, also gute Sicht, aber wir haben uns zu früh gefreut. Wolken ziehen auf, und gegen 22 Uhr nieselt es leicht, Wind kommt auf und zwar genau auf die Nase! Wir setzen Segel und fangen an, gegen den Wind aufzukreuzen. Das Wetter wird schlechter, der Wind nimmt auf ca. 25 Knoten (also fünf Beaufort) zu, die Segelei gegen den Wind wird unangenehm. Am nächsten Morgen klart es rasch auf, die Sonne strahlt bald von einem wolkenlosen Himmel, aber was macht der Wind?! Er nimmt bis auf 35 Knoten zu (sieben Beaufort) zu, immer noch von vorn. Wir sehen keine weiteren Schiffe mehr. Jetzt wird es langsam eng für uns. Wir können die Genua (wir haben natürlich unseren größten Lappen angeschlagen) zwar theoretisch bis zu einem kleinen Fetzen wegreffen, aber das Tuch hat kein vernünftiges Profil mehr, das Achterliek klappert erbärmlich, ich kann das nicht ändern.

Kein Mensch würde unter normalen Umständen gegen einen solchen Wind ankreuzen. Aber es ist ja Rallye! Ich mache den Vorschlag, auf die Südseite von Zypern oder an das Türkische Festland zu laufen, um in den nächsten Tagen wieder zur Rallye-Truppe zu stoßen. Aber Ingrid meint, wir sollen uns durchbeißen. Ich habe die Nase aber langsam gestrichen voll. Zu der psychischen Erschöpfung (schlaflose Nacht) kommt noch die physische, ich muss ja nach jeder Wende die Genua dicht kurbeln und kann langsam nicht mehr. Ingrid macht den Vorschlag, die Genua ganz wegzurollen, nur mit Großsegel und Motorunterstützung uns voranzukämpfen. Gesagt, getan. Aber nach etwa einer Stunde ertönt ein Warnsignal, der Motor ist überhitzt und muss abgestellt werden. Es ist ja auch ein Segelboot mit Hilfsmotor und kein Motorsegler. Also weiter mit gereffter Genua. Gegen 18 Uhr lässt der Wind deutlich nach und schläft gegen 20 Uhr völlig ein. Unter Motor laufen wir gegen 20.30 Uhr mit Unterstützung von Marinaangestellten in den Hafen von Girne ein. Es ist bereits dunkel. Wir sind das letzte Boot, alle anderen sind bereits beim Rallye-Dinner. Der Hafen ist klein und voll, wir müssen wie einige andere auch mit Heckanker hinter ein anderes Rallye-Boot gehen. Wir essen und trinken noch ein wenig an Bord und legen uns erschöpft zur Ruhe. So hatten wir uns die erste Etappe nicht vorgestellt.

Am nächsten Tag herrscht Westwind Stärke fünf und Regen. Warum konnte nicht gestern Westwind sein?! Es stellt sich heraus, dass aus unserer Gruppe nur fünf Boote angekommen sind. Zwei sind nach Kemer zurückgekehrt, zwei weitere sind ans türkische Festland gefahren, ein weiterer blieb mit Motorschaden vor Girne liegen und musste in den Hafen geschleppt werden. Alle anderen, vor allem die großen Boote, haben die Flaute und den anfangs geringen Wind genutzt, um unter Maschine mit Höchstfahrt den Hafen zu erreichen. Die ganz großen Yachten stören auch keine sieben Beaufort von vorn, sie haben gleich zwei Maschinen und dampfen einfach gegen Wind und Seegang an. Eine amerikanische 16-Meter-Yacht tankte am nächsten Morgen aus einem Tanklastwagen gleich 2000 Liter Diesel nach. Ich hätte nie gedacht, dass in ein Segelboot soviel Diesel hineingeht. Insgesamt haben wir auf dieser ersten Etappe etwa 200 Seemeilen zurückgelegt, davon gut 70 unter Motor.

Am Dienstag, 8. Mai, gibt es dann ein hervorragendes Abendmenu im ersten Hotel am Ort, wir sind mit der Welt wieder im Einklang. Tags darauf geht es weiter. Ziel ist die Stadt Mersin an der türkischen Festlandsküste. Wir warten den allgemeinen Aufbruch nicht ab, sondern starten gleich am Morgen gegen 8 Uhr. Genau genommen wollen wir starten, geht aber nicht, weil unser Anker sich in der Ankerkette einer großen Yacht verfangen hat. Per UKW-Funk wird Marinapersonal angefordert, und mit gemeinsamen Kräften gelingt es, den Anker zu befreien. Das Wetter ist jetzt gut, wenig oder gar kein Wind, es wird ein bisschen gesegelt, aber der größte Teil der Strecke gehört dem Diesel. Am nächsten Tag stehen wir um 10 Uhr vor der Hafeneinfahrt von Mersin, einem sehr großen Handelshafen, Marinestützpunkt und Stützpunkt der Coastguard. In einer Ecke des Hafens wird gerade eine Marina eingerichtet. Bereits vor dem Haupthafen werden die Rallye-Yachten von Beibooten der Marine in Empfang genommen und durch die weitläufigen Hafenbecken zum Liegeplatz geleitet, wo bereits junge Marinesoldaten darauf warten, die Leinen übernehmen zu können. Eigentlich brauchen wir beim Anlegen und Festmachen überhaupt nichts zu tun. Ein toller Empfang! Insgesamt haben wir 107 Seemeilen zurückgelegt.

Mersin ist eine ziemlich große Stadt ohne jeglichen Tourismus. Das hat den Vorteil, dass man in den Gassen und Märkten noch ursprüngliches türkisches Leben beobachten kann. Mit Bussen geht es zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Überall stößt man auf alte Bauwerke der Römer, Kreuzritter und wer auch immer in grauer Vorzeit hier gesiedelt hat oder durchgezogen ist. Am Freitag, 11. Mai gibt die Coastguard auf dem Kasernengelände (parkähnlich mit Palmen und gepflegtem Rasen) eine Party mit türkischen Köstlichkeiten. Ein gelungener Abend!

Am nächsten Tag starten wir gegen 13 Uhr mit Ziel Lattakia in Syrien. Der Wind kommt zuerst mit drei Beaufort aus NE, er dreht im Laufe des Nachmittags zügig über Ost und Süd bis auf Südsüdwest und frischt am Abend und in der Nacht auf fünf bis sechs Beaufort auf. Das Wetter ist nach wie vor unbeständig mit vielen Wolken, teilweise neblig und Regenschauer. Für diese Jahreszeit ist das völlig ungewöhnlich, denn eigentlich müsste es ab Anfang Mai wolkenlos sein. Nun, wir können erstmals vom Start ab segeln, und dies wird bis zur Einfahrt nach Lattakia auch so bleiben. Unser Generalkurs beträgt 144 Grad, das können wir bei dem Süd- bis Südwestwind nicht ganz anliegen. Also wird irgendwann ein kleiner Kreuzschlag fällig. Langsam kristallisiert sich jetzt heraus, wer von unserer Gruppe eigentlich segelt und wer vorwiegend unter Motor läuft. Ein jüngeres Paar, Kanadier und Engländerin auf einem Zehn-Meter-Schiff, segelt ebenso wie wir, wenn immer es möglich ist. Unsere Boote sind nahezu gleich schnell (ihr Schiff mit Namen „Gin Rummy“ ist ebenfalls etwas größer als zehn Meter), so dass wir uns den ganzen Tag und die folgende Nacht packende Zweikämpfe liefern. So macht das Segeln richtig Spaß! Unser Windpilot übernimmt das Steuern, so dass wir selber abwechselnd lediglich Ausguck gehen, ab und an die Segel trimmen und uns turnusgemäß bei unserem Leitboot per Funk melden müssen müssen. Wir gehen jeweils eine Zwei-Stunden-Wache.

Gegen 1 Uhr in der Nacht fällt Antares mit lautem Krachen in ein besonders tiefes Wellental. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber die folgende Welle ist kurz und steil, der Bug bohrt sich in selbige, Wasser schießt über Deck und ein zweiter lauter Knall, gefolgt vom wilden Killen der Genua ertönt. Aha, denke ich, die Genuaschot hat sich von der Winsch gelöst. Nein, alles fest, aber die Reffleine der Genua liegt lose an Deck. Die Reffleine ist gebrochen, und die vorher gereffte Genua zur vollen Größe ausgerauscht! Und das bei fünf bis sechs Beaufort. Ich hülle mich in Ölzeug und Stiefel, Rettungsweste und Sicherheitsgurt, und robbe nach vorne zur Refftrommel. Ich wickele die Restleine von der Trommel ab und verknote sie mit dem losen Ende. Aber der Knoten passt nicht mehr durch die Führungsrollen an den Relingstützen. Wir haben gottlob einen großen Block an Bord, der wird an der Mittelklampe befestigt, die Reffleine durchgeschoren (der Knoten geht durch den Block!), und nun ist die Genua wieder vom Cockpit aus reffbar.

Ich bin trotz Ölzeug völlig durchnässt, das Wasser steht bis zum Rand in den Stiefeln. Aber das Wasser ist bereits zu dieser Jahreszeit mindestens 20 Grad warm, und die Arbeiterei hat mich auch nicht gerade ausgekühlt. Ich ziehe mir trockene Sachen an, bin aber doch ziemlich erschöpft und lege mich erst einmal zum Ausruhen in die Koje. Um 9 Uhr am nächsten Tag wenden wir, um den Wegepunkt sechs Seemeilen vor der syrischen Küste zu erreichen. Von hier aus geht es sechs Seemeilen lang direkt auf den Hafen von Lattakia zu. Man darf sich der Küste von Syrien nur bis auf diese Distanz nähern und muss dann durch einen „Korridor“ direkt den Hafen anlaufen. Gegen 11.30 Uhr liegen wir fest vor Heckanker an der Pier des „Yachtclubs Lattakia“. Die Marina Lattakia ist nicht mit den uns bekannten Europäischen Marinas zu vergleichen. Es gibt eine Betonpier, man muss mit eigenem Anker „römisch-katholisch“ festmachen. Wasser und Strom sind jedoch vorhanden. Wir haben 108 Seemeilen unter Segeln zurückgelegt und unserem „Gegner“ Gin Rummy etwa eine halbe Stunde abgenommen. Insgesamt also ein erfreulicher Rallye-Abschnitt.
Einklarieren in Syrien ist natürlich ziemlich aufwendig mit Polizei, Zoll und Ausländerpolizei. Alle Beamten sind jedoch freundlich und zuvorkommend.  Wir benötigen als Rallyeteilnehmer kein Visum, sondern bekommen einen „short passport“. Alles kostet hier ziemlich viel Geld. Der Liegeplatz kostet 100 Dollar, pro Person sind weitere zehn Dollar zu entrichten. Die Marinagebäude sind ziemlich neu, Duschen und WC sind gut und sauber. Allerdings wird Syrien kaum von Yachten angelaufen. Nach Berichten des Personals wurde Lattakia im Jahr 2000 von insgesamt sechs ausländischen Yachten angelaufen. Somit sind die Rallye-Yachten auch die Attraktion. Halb Lattakia ist auf den Beinen, um die Boote anzuschauen. Am Nachmittag wechseln wir den Liegeplatz, wir haben Grundberührung. Am Hafen sind Beduinenzelte aufgebaut, abends hocken wir in denselben auf Teppichen, es werden kleine Häppchen und Getränke gereicht. Allerdings ist Syrien ein streng moslemisches Land, es gibt Cola, Wasser und Tee zu trinken, jedoch keinen Alkohol, auch kein Bier.

Am 15. Mai geht es am späten Nachmittag per Bus nach Damaskus. Wir erreichen erst gegen 22 Uhr das 300 Kilometer entfernte Hotel, in dem das Rallye-Dinner stattfindet. Eine gelungene Veranstaltung, Life-Musik, Bauchtanz, alles was dazu gehört, dazu Übernachtung in einem erstklassigen Hotel. In diesen internationalen Hotels gibt es auch Wein, Bier und Hochprozentiges. Am Mittwoch folgte die Besichtigung der Altstadt von Damaskus. Leider können wir die Hauptmoschee nicht besichtigen, weil Fidel Castro in der Stadt weilt. Wir wollen das erst gar nicht glauben, es stimmt aber doch. Auffällig sind deshalb auch die an allen Ecken und auf den Mauern und Türmen postierten, mit Maschinenpistolen ausgestatteten Sicherheitsleute, teils in Uniform, teils zivil. Dieses massive bewaffnete Auftreten ist uns etwas unheimlich. Ab Mittag geht es dann per Bus in die antike Stadt Palmyra. Diese Ruinenstadt hat eine riesige Ausdehnung, und es ist noch nicht einmal alles ausgegraben. So eine große Ruinenstadt haben wir noch nie gesehen. Das Wetter ist jetzt stabil, sonnig und sehr heiß. Am Spätnachmittag geht es dann nach Lattakia zurück.

Bei der Besichtigung von Damaskus und der Fahrt durch das Land ist die Armut der Bevölkerung auffällig. Die Straßen sind in schlechtem Zustand, uralte Autos und Busse. Man sieht in den Steppen- und Wüstengebieten viele Zeltbehausungen von Beduinen, die hier unter erbärmlichen Bedingungen leben. Überall Militär mit sicherlich ziemlich veralteter Ausrüstung. Um 2 Uhr in der Nacht hat Antares am Liegeplatz wieder Grundberührung. Ich ziehe das Schiff am Anker etwa acht Meter von der Pier weg und mache mit dem Bug am Nachbarschiff fest. Jetzt schwimmt Antares wieder. Da unser Boot ziemlich klein ist, wird der Tiefgang von fast 1,90 Meter immer wieder vom Marinapersonal unterschätzt, so dass wir manchmal in zu flache Liegeplätze eingewiesen werden.

Am Donnerstag, 16. Mai starten wir dann mit Ziel Libanon. Aber über den weiteren Reiseverlauf will ich in der nächsten Ausgabe des Verklickers berichten.
 

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termine*termine*termine*termine*termine*termine

27. Oktober - 4. November Hanseboot Hamburg

18. November Grünkohlessen
 
9. Dezember Nikolausfeier

19. - 27. Januar boot Düsseldorf

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Der Kassenwart informiert:

Hier noch einmal die ab 2002 bereits beschlossenen Beiträge und Gebührensätze in Sachen Umstellung DM ./. EURO :

Mitgliedschaft:
Voll   220,00 €

Fördernd  110,00 €

Jugend     35,00 €

Aufnahmebaustein 500,00 €
 

Liegeplatz:
Hubgestell    35,00 €

Wasserplatz     75,00 €
 

Miete „Bude“  150,00 €
 

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