Nummer 18, Oktober 2002

Editorial
Nach den Pokalen kam der Regen
Krisenstimmung am Meer
Neue Bestimmungen für Sprechfunkzeugnisse
Trunkenheit ab 1,1 Promille strafbar
Endstation Viertelfinale
VStW muss sich auflösen
Den Muscheln auf der Spur
Das Kreuz mit der Kreuz
Unberührtes Pommern
Pfingstsegeln auf der Schlei
Segeln mit den Nachbarn: Ein Geben und Nehmen
termine*termine*termine*termine*termine*termine


Liebe Leserin, lieber Leser,

wohl selten stand der Zustand des Steinhuder Meeres so wie in diesem Jahr im Blickpunkt des Interesses. Waren schon die Verschlammung und das schleppende Vorgehen dagegen in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass für Verärgerung, so scheint die Besorgnis mit dem rasch wachsenden Kraut im Meer doch eine neue Qualität gewonnen zu haben. Einen „Aufstand der Segler“ fordern manche, andere reden von notwendigen „Sofortprogrammen“, um das Steinhuder Meer zu retten und negative, auch wirtschaftlich negative Folgen abzuwenden. Hoffentlich gibt es bis zum Frühjahr Fortschritte zu berichten.
 Diese Ausgabe des SCStM-Verklickers zeigt, dass viele Clubmitglieder - nicht nur wegen des Krautes - im Sommer wieder eifrig auf anderen Revieren unterwegs waren. Sie zeigt aber auch, dass - trotz des Krautes - auch die Aktivitäten in Steinhude nicht gelitten haben. Bei aller Sorge um unseren See - kaputtreden dürfen wir ihn auch nicht.
Eine kurzweilige Lektüre wünscht
Der Herausgeber
 
 

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Nach den Pokalen kam der Regen
Detlef Munke wieder Clubmeister / Sommerfest in die Messe verdrängt

Detlef Munke ist erneut Clubmeister des SCStM geworden. Bei der Regatta am 3. August kam er mit seiner O-Jolle auf einem Dreieck vor der Badeinsel knapp vor Jürgen Zerfass ins Ziel und lag auch nach Auswertung des auszufüllenden Fragebogens vorne. Auch auf den zwei weiteren Plätzen folgten O-Jollen. Eine bessere Platzierung vergab Dieter Nordmeyer, der mit seinem Laser kenterte. Immerhin kam er so auf den Platz, der mit dem Mittelpokal belohnt wurde. Bei den Dickschiffen segelten Ina und Dieter Sokoll auf einen beachtlichen sechsten Platz, Sven Sokoll und Lars Krull gewannen den Piratenpreis. Alexander Kirchmann stellte die Sporttauglichkeit seines Auswanderers unter Beweis, mit Jan Bliemel und einigen Kindern an Bord kam er auf Platz 13 - allerdings mit geschätzter Yardstickzahl.
Bis zur Siegerehrung sah alles nach einem schönen Sommerfest unter freiem Himmel aus, doch leider kam gleich danach ein heftiger Schauer, dem im Verlauf des Abends noch weitere folgen sollten. Das tat der Stimmung aber wenig Abbruch, es wurde heftig gefeiert - wenn auch mit geringerem Cocktailverbrauch als in den Vorjahren.                      sok

Das Ergebnis:
1. Detlef Munke, O-Jolle (Clubmeister)
2. Jürgen Zerfass, O-Jolle
3. Alfred Zerfass, O-Jolle
4. Dieter Pahl, O-Jolle
5. Hans Wetzig, Laser
6. Dieter und Ina Sokoll, M 22 (bestes Dickschiff)
7. Tina und Niels Schöber, Laser
8. Sven Sokoll und Lars Krull, Pirat (Piratenpokal)
9. Dr. Dieter Nordmeyer, Laser (Mittelpokal)
10. Hans-Dieter Tross, O-Jolle
11. Bernd und Dagmar Lücke, Pirat
12. Henning Langrehr und Jane Opitz, Pirat
13. Alexander Kirchmann, Jan Bliemel u.a., Auswanderer
14. Wolfgang Probst und Joachim Schultz, Korsar
15. Reinhard und Sylvia Müller, R-Boot
16. Andrea Brokate und Ulrike Hübner, Happy Sailing
17. Günter Heyer, O-Jolle
18. Gerhard, Margit und Hannes Spitta, Neptun 22
 

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STEINHUDER MEER / Das Kraut wächst weiter
Krisenstimmung am Meer

Sie wächst und wächst und wächst: Die Wasserpest hat im Lauf der Saison den Spielraum für die Nutzer des Steinhuder Meeres weiter eingeschränkt. Für einige Wochen war zwar bereits ein Mähboot im Einsatz, das vor allem Schneisen für die Berufssegler freihielt. Allenthalben ist aber die Skepsis groß, ob mit solchen punktuellen Aktionen dem Problem wirklich wirksam begegnet werden kann.
Vor allem in Mardorf ist der Unmut angewachsen. Die Seite des Meeres, die bisher schon stark vom Schlamm beeinträchtigt wurde, ist nun auch in großen Teilen durch einen Krautgürtel von der Mitte des Sees abgeschlossen. An den Stegen klafften zum Ende der Saison große Lücken, Vereine und Stegbetreiber, aber auch die Tourismuswirtschaft erleben durch ausbleibende Wassersportler und Touristen schwere wirtschaftliche Einbußen. Innerhalb von fünf Jahren soll die Zahl der Boote um 1000 auf 2500 abgenommen haben.
Die Wettfahrtvereinigung bemüht sich derweil, den Ruf des Steinhuder Meeres als Regattarevier nicht vollends zu ruininieren. Tatsächlich konnte das diesjährige Wettfahrtprogramm größtenteils durchgeführt werden, auch wenn die Meldezahlen merklich zurückgingen. Das Meer ist eben letztlich groß genug - noch.
Dennoch gibt es derzeit keine Alternativen zum Mähen. Für das kommende Jahr kündigte die Bezirksregierung weitere Einsätze des Mähbootes an. Unterdessen gibt es offenbar auch bei den beteiligten Kommunen Überlegungen, ein Mähboot anzuschaffen, das ganzjährig auf dem Steinhuder Meer zum Einsatz kommen kann. Damit müsste nicht mehr das Mähboot des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) hierher transportiert werden.
Man könnte auch warten, bis das Kraut wieder von alleine verschwindet. Das erwarten die Experten, die Frage ist nur wann. Die massive Bedrohung des Meeres vor allem in seiner Funktion als Wirtschafts- und Tourismusfaktor lässt aber Rufe nach schnellen und umfangreichen Maßnahmen laut werden.
So fordert Siegfried Siebens, Geschäftsführer des Naturparks, ein Sofortprogramm von der Landesregierung. Zu dem Programm müssen seiner Auffassung nach umfangreichere Mahd und eine Entschlammung von bis zu 300 000 Kubikmetern jährlich gehören. Für den Schlamm empfiehlt er den westlichen Teil des Mardorfer Feldes als Lagerstätte Ein reger Politiktourimsus auch mit Mitgliedern der Landesregierung lässt Hoffnung, dass das Problem bei den Entscheidern zumindest wahrgenommen wird.
Weiter gehen soll die Entschlammung des Meeres. Der Schlamm im Polder bei Großenheidorn ist mitterweile gut zusammengetrocknet. Jetzt ist Platz für weitere 30 000 bis 40 000 Kubikmeter. Die Bezirksregierung will diesmal am Nordufer Schlamm absaugen, beginnend vor Mardorf und dann Richtung Osten. Dafür ist eine längere Schlauchleitung mit Zwischenpumpstationen erforderlich. Sie soll hauptsächlich unter Wasser verlaufen und mit Bojen markiert werden. Die Behörde will im Februar mit den Arbeiten anfangen. Die Theorie: Nach den Stürmen im Herbst und Winter wird sich der Schlamm an einigen Stellen gesammelt haben und kann dann einfacher beseitigt werden.         sok
 

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RECHT / GMDSS ab 2005 alleiniges Rettungssystem
Neue Bestimmungen für Sprechfunkzeugnisse

Die neue Technik im Sprechfunk macht auch eine Neuordnung der Sprechfunkzeugnisse für Sportschiffer notwendig. Weil die Berufsschiffahrt auf das weltweit eingeführte System GMDSS umsteigt, das beispielsweise bei Seenotfällen automatisch Schiffsdaten übertragen kann, müssen sich die bisherigen UKW-Funker umstellen. Die Berufsschiffahrt muss nämlich vom Jahr 2005 an nicht mehr den Notrufkanal 16 abhören.
Eigentlich sollte dies schon 1999 passieren, doch zu dem Zeitpunkt waren erst wenige Sportboote mit GMDSS ausgerüstet. Die Pflicht zur Hörwache wurde deshalb verlängert. Spätestens 2005 sollten Sportboote auf See nun mit GMDSS ausgerüstet sein, weil sie mit UKW danach nicht mehr viel anfangen können.
Ab dem 1. Januar 2003 werden im wesentlichen drei Zeugnisse ausgegeben: Das UKW-Sprechfunkzeugnis für Binnenschiffahrt, das nicht zur Teilnahme an GMDSS berechtigt, sowie das Short Range Certificate und das Long Range Certificate für die Seefahrt, das dem heutigen Allgemeinen Betriebszeugnis entspricht. Für die Seezeugnisse wird der Deutsche Segler-Verband eine Prüfungsstelle.
Alte Zeugnisse behalten unfristet ihre Gültigkeit, werden aber 2005 ihre Bedeutung verlieren, wenn sie nicht zur Teilnahme an GMDSS berechtigen. Da die Prüfungen fortan schwieriger werden, wurde für diesen Herbst noch ein großer Ansturm auf die Kurse nach den alten Bedingungen erwartet.       sok
 
 

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Trunkenheit ab 1,1 Promille strafbar

Auf die Meldung „Trocken bleiben“ im Verklicker Nr. 17 schrieb unser Mitglied Norbert Görth, selber in der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Mitte in Hannover mit Führerscheinfragen befasst:
Meines Wissens gibt es in der Steinhuder-Meer-Verordnung keinen Trunkenheitstatbestand (laut Auskunft der Sachbearbeiterin in der Regionsverwaltung). Alkohol am Ruder könne allenfalls als Verletzung des Rücksichtnahmegebots (§ 11) erschwerend hinzukommen, zum Beispiel bei Behinderungen, Wegerechtsverletzungen, Bootsunfällen oder anderen Ordnungswidrigkeiten. Die Binnenschifffahrtstraßenordnung gilt nicht auf dem Steinhuder Meer. Aber: Auf allen öffentlich zugänglichen Gewässern in Deutschland gilt der § 316 des Strafgesetzbuches  (Trunkenheit im Verkehr). Nach der Rechtsprechung hierzu ist absolut fahruntüchtig, wer ein Wasserfahrzeug mit 1,1 und mehr Promille im Blut führt. Das ist dann strafbar und keine Ordnungswidrigkeit mehr und kostet richtig viel Geld. Außerdem kann das dann, wenn die Trunkenheitsfahrt auf einer Bundeswasserstraße (Binnen oder See) begangen wurde, ein Fahrverbot nach sich ziehen oder sogar den Sportbootführerschein kosten.
 

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REGATTA / Viel Wind beim Match-Race
Endstation Viertelfinale

Das Match-Race am 29. Juni bescherte den neun teilnehmenden Mannschaften aus den Vereinen der Wettfahrtvereinigung und den wenigen Zuschauern auf dem Gelände des SLSV reichlich Wind. So wurde ohne Spinnaker und mit gerefftem Groß auf Booten der Klasse Sportina 600 gesegelt. Für den SCStM stießen Detlef Munke, Wilhelm Nordmeier und Sven Sokoll in der ersten Runde auf den HYC - im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf der Kreuz kam es zu einer Kollision, die dem HYC eine Strafe einbrachte. Der SCStM konnte das Rennen deshalb gewinnen. Im zweiten Vorlauf unterlag die Mannschaft nach einem schlechten Start den Eisseglern. Im Viertelfinale verlor das Team gegen den späteren Gesamtsieger vom Yachtclub Niedersachsen.     sok

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VStW muss sich auflösen

Traurige Stimmung herrschte schon in den letzten Wochen auf dem Grundstück unseres Nachbarvereins Vereinigung Steinhuder Wandersegler (VStW). Der Flaggenmast hing schon die ganze Saison auf halb acht und signalisierte schon, dass  die Geschichte dieses Vereins wirklich vorbei ist. Da der Pachtvertrag gekündigt wurde, musste der VStW sich auflösen. Bereits Ende 2001 war der Verein aus der Wettfahrtvereinigung ausgetreten.
Anfang Oktober kamen die Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens, die das Clubgebäude und die privaten Butzen nach und nach beseitigten. Zuvor hatten die Mitglieder bei einer Auktion die letzten verwertbaren Dinge noch unter sich aufgeteilt.
Größere Teile der Mitgliedschaft sind zum SLSV und SVSN gegangen. Auf dem Grundstück baut der Eigentümer ein Privathaus, einen kürzeren Steg mit vermieteten Plätzen wird es weiterhin geben.            sok
 

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Den Muscheln auf der Spur
Erholsame zwei Wochen mit Kore in Zeeland
von Beate Dökel und Sven Sokoll

Der Frust stand unseren Vorgängern in die Gesichter geschrieben, die unter der dicht zugezogenen Kapuze hervorlugten. Als wir am 12. Juli, einem Freitag, im strömenden Regen auf den Parkplatz der Marina Herkingen fuhren, hatten Ina und Dieter Sokoll drei Wochen mit ihrer Kore in Zeeland hinter sich, in denen das Wetter ihnen so manchen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Einmal schrieb Ina gar ins Logbuch „Es ist wie November“ und sprach von „gefühlten 10 Grad“.
Um es vorweg zu sagen: Uns zeigte sich das Deltagebiet, im Süden der Niederlande zwischen Rotterdam und Vlissingen gelegen, von einer besseren Seite. Es liegt bestimmt nicht an Svens Eltern, doch eine Stunde, nachdem sie uns am Sonnabend ver- und das Boot überlassen hatten, hörte der Regen auf und sollte sich im Laufe unserer gut zwei Wochen fortan sehr zurückhalten.
Unser erster Tagestörn führte uns am Sonntag an den Brouwersdam. Dazu mussten wir bei bis zu fünf Beaufort auf dem Grevelingenmeer aufkreuzen und merkten gleich zwei Dinge: Vom Wellengang her ist es schon ein anspruchsvolleres Binnenrevier, doch die Kore läuft schnell und kommt gut mit solchen Bedingungen zurecht. Der Brouwersdam grenzt den See von der Nordsee ab. Wir machten in der großen Ferienanlage Port Zélande fest und ließen am Nordseestrand unsere Drachen steigen.
Nach unserer Mittagspause im Stadthafen von Brouwershaven, direkt am Markt, notierten wir am folgenden Tag um 14 Uhr im Logbuch, dass sich die Sonne erstmals blicken lässt und uns für den Rest des Tages nicht mehr verlässt. In Bruinisse, unserer abendlichen Station, probierten wir erstmals die Spezialität der Region: Muscheln.
Am nächsten Morgen stand, mit Spannung erwartet, das erste Schleusenmanöver an. Es stand unter dem Schatten des neuen Außenbordmotors, den Ina und Dieter sich wegen eines Schadens hatten zulegen müssen. Er reagiert bei Gangwechseln zickig, wenn man das nötige Gefühl dafür noch nicht hat, und schlug beim Rückwärtsfahren hoch. Das ließ sich später allerdings abstellen, die Halterung war nicht fest genug angeschraubt.
Jedenfalls ist es ein blödes Gefühl, wenn man einerseits möglichst schnell in die Schleuse hineinkommen will, andererseits aber nicht sicher ist, wie der Motor reagiert. In Bruinisse touchierten wir glatt ein vorweg fahrendes Motorboot, allerdings ohne Schaden. Je länger der Törn dauerte, desto besser klappte es natürlich. Die Erfahrung lehrte auch, dass in eine Schleuse meist viel mehr Boote passen, als man denkt, und man sich deswegen ruhig Zeit lassen kann. Wir haben es nicht erlebt, dass einmal ein wartendes Schiff nicht mit in die Kammer passte.
Die Oosterschelde zeigte sich uns nach dem Schleusengang von einer traumhaften Seite. Im prallen Sonnenschein rauschten wir bei knapp fünf Beaufort darüber hinweg zur nächsten Schleuse in das Verse Meer, wo wir an einem geschützten Anleger die Nacht verbrachten. Am folgenden Tag stand dann Kanalfahrt an. Der etwa 10 Kilometer lange Kanaal door Walcheren stellt die Verbindung zur Westerschelde her. An ihm liegen zwei der schönsten Orte der Region, Veere und die alte Hauptstadt Middelburg, sowie das größere und modernere Vlissingen. Bei unserer Mittagspause zeigte sich vor allem Middelburg, im Krieg zerstört und mit viel Liebe wieder aufgebaut, vor allem mit seinen Klosteranlagen, aber auch am Marktplatz und am Stadthafen als sehenswerte Stadt. Die Weiterfahrt nach Vlissingen aber, durch einen eintönigen Kanal, war vor allem wegen der langsamen Brückenbedienung nervenaufreibend. Für die kurze Strecke mit fünf Brücken brauchten wir drei Stunden. Der Schleusenwärter bei Veere bedient die mit vielen Kameras ausgerüsteten Brücken per Fernbedienung. Wenn man aber alleine oder mit einer kleinen Gruppe davor liegt, hat man schlechte Karten. Bei der Rückfahrt fuhren wir dann mit einem Pulk von etwa zehn Booten und brauchten nur die Hälfte der Zeit.
In Vlissingen legten wir einen Hafentag ein. Der Binnenhafen, von einem Verein betreut, fordert leider einen 20-minütigen Fußmarsch ins Zentrum, doch dafür ist er schön ruhig. Direkt neben dem Stadthafen fand nämlich die Kirmes statt, zu deren Höhepunkt, einem abendlichen Feuerwerk, wir gerade richtig kamen. Den Tag bis dahin verbrachten wir mit Shoppen, Muschelsuche am Strand und einem Fährausflug über die Westerschelde nach Breskens.
Bei der Rückfahrt machten wir am anderen Ende des Kanals in Veere halt Zwischenhalt. Touristenbusse standen hier auf dem großen Parkplatz dicht an dicht, das Örtchen ist auch wirklich hübsch, aber unruhig. Für den Abend hatten wir wieder unseren Anleger angepeilt und fanden tatsächlich wieder ein Plätzchen. Sven wagte hier das erste Bad in den noch immer kühlen Fluten, abends stand Grillen auf dem Programm - wieder ein schöner Abend!
Auf der Fahrt nach Zierikzee verließ uns auf der Oosterschelde der Wind. In solchen Situationen macht sich die Strömung bemerkbar, das ablaufende Wasser zog uns ordentlich mit. Dennoch verließ uns die Geduld, wir warfen den Motor an. Am späten Nachmittag brachte uns beim Einkaufen ein Gewitter den ersten Regen nach einer Woche. Wir wetterten erst ab, bekamen aber auf dem Heimweg doch noch einmal einen ordentlichen Schauer ab - gut, dass wir in der Nähe der Duschen lagen...
Von Zierikzee aus fuhren wir am Sonntag mit dem Bus ins Waterland Neeltje Jans, einer Ausstellung, die vor allem die Geschichte des Delta-Projektes dokumentiert und an einem Modell zeigt, wie sich die neuen Dämme auswirken. Leider hatte unser Bus auf dem Hinweg einen Reifenschaden, der uns eine Stunde kostete, und die Rückfahrt mussten wir auch früh antreten, so dass wir etwas unter Zeitdruck standen. Auf dem Gelände ist es auch möglich, das imposante Oosterschelde-Sperrwerk von innen zu besichtigen.
Als wir am Montag aus Zierikzee wegfuhren, hatten wir wieder die üblichen vier bis fünf Beaufort aus West, die uns trotz gereffter Segel auf bis zu 6,9 Knoten vorantrieben. Schon nach gut zwei Stunden waren wir in Yerseke, das in Führern meist als uriges Fischerdorf beschrieben wird. Zu unseren Favoriten zählt es dennoch nicht. Jedenfalls wollten wir den schönen Wind nach dem Essen noch zur Weiterfahrt nutzen und segelten bis ans östliche Ende der Oosterschelde durch die winzige Bergse-Diep-Schleuse nach Tholen, eine gute Alternative zur Industriestadt Bergen op Zoom.
Allerdings rächte sich in den Folgetagen etwas, dass wir damit in eine Sackgasse gefahren waren, denn der Weg nach Norden durch die Maas-Rhein-Verbindung blieb uns wegen geringer Brückenhöhen versperrt, und der Wind blieb kräftig aus West, so dass uns für die Weiterfahrt nur das Kreuzen gegenan blieb. Am Dienstag konnten wir zudem wegen der Tide erst spät losfahren. Auf der Oosterschelde begrüßten uns fünf Windstärken mit einigen Böen, wir bekamen reichlich Wasser ins Gesicht und verloren auf der Höhe von Yerseke die Lust, weshalb wir dort unplanmäßig wieder einliefen.
Am Mittwoch beruhigte sich die Situation etwas, wir konnten zwar wieder erst spät los und mussten kreuzen, dafür war der Wind schwächer, und die Sonne schien. Nach halber Strecke konnten wir abfallen und fuhren Richtung Nordost durch Keeten zur Krammerschleuse, die wir spät um 21 Uhr noch passierten und danach in den kleinen Stadthafen von Oude Tonge einliefen. Dahin führt ein schmales Fahrwasser und ein sehr idyllischer Kanal.
Weiterhin mit achterlichem Wind erreichten wir am Donnerstag Willemstad, einem alten Festungsstädtchen. Wir ergatterten noch einen Platz im Hafen am Fuße der Windmühle, im engeren Stadthafen liegen dagegen Sechserpäckchen. Willemstad mit seinen alten Gebäuden und Wallanlagen ist unbedingt einen Aufenthalt wert.
Dennoch machten wir uns am Freitag besonders früh auf, um über Mittag in Dordrecht einkaufen zu gehen. Der Weg dahin, zum Teil Kanalfahrt, war wegen des hohen Aufkommens an Berufsschifffahrt sehr unruhig. Leider erwischten wir die letzte Brückenöffnung vor der Mittagspause nicht mehr, so dass wir nicht mehr in eines der Hafenbecken fahren konnten. Statt dessen machten wir im gegenüber gelegenen Papendrecht fest und setzten mit einem Wassertaxi nach Dordrecht um. Hier konnten wir unsere wichtigsten Einkäufe für die Heimat - Schokostreusel, Hagebuttenmarmelade und Käse - gut erledigen.
Am Abend fuhren wir durch den Kanal Wantij Richtung Biesbosch weiter. Dieses Naturschutzgebiet ist ein enges Netz aus kleinen Flüsschen und Seen. Bis dahin mussten wir allerdings noch vier Brü-cken passieren. Die ersten beiden ließen wir schnell hinter uns, die dritte war jedoch eine Eisenbahnbrücke, die nur nach Anmeldung über Funk bedient werden sollte. Zunächst wurde uns zwei Stunden Wartezeit in Ausicht gestellt, doch schon nach einer halben Stunde erschienen dann drei Männer auf der Brücke und riefen uns zu, es gehe gleich los.
Tatsächlich hob sich nach dem nächsten Zug die Hebebrücke. Allerdings streikte die gleich dahinter liegende Radweg-Brücke erstmal, was uns eine weitere Dreiviertelstunde Wartezeit kostete. Schließlich machten wir an einem Anleger im nördlichen Teil des Biesbosch neben einer Armada von Motorbooten (mit lauten Besatzungen, wie sich später herausstellte) fest und beschlossen den Abend am Grill.
Der Sonnabend sollte unser letzter Segeltag werden, allerdings fuhren wir wegen des schwachen Windes fast nur unter Motor durch einige der malerischen Arme des südlichen Biesbosch. An der engsten Stelle hatten wir etwa 70 Zentimeter Tiefe, fünf Meter Breite und vielleicht einen halben Meter Platz zwischen unserem Mast und den Baumkronen. Über Mittag lagen wir vor Anker und badeten. Leider ist das Gebiet am Wochenende sehr stark bevölkert, immer mehr dieser kleinen Mietmotorboote und sogar zwei riesige Ausflugsboote fuhren an uns vorbei. Wegen der Unruhe fuhren wir weiter und kamen am Nachmittag an unserem Zielhafen Drimmelen an, an dem Ina und Dieter Sokoll die Kore vor fünf Wochen eingesetzt hatten. Auto und Trailer standen noch unversehrt am Platz, allerdings weit weg von unserem Liegeplatz: Drimmelen hat ein riesiges Hafenbecken, das von vier verschiedenen Vereinen bewirtschaftet wird. Obwohl wir am Sonntag kranen wollten, konnten wir in der Werft für 11 Uhr einen Termin vereinbaren. Mastlegen und Kranen klappten reibunslos.
Als wir am 28. Juli wieder am Steinhuder Meer waren, sahen wir auch hier wieder so gefrustete Gesichter wie bei der Ankunft in Herkingen. Anscheinend war hier tagelang Land unter gewesen, der Sommer praktisch ausgefallen. Es war wohl eine richtige Glücksreise für uns.

Zeeland: Das Revier
Nach einer verheerenden Sturmflut 1953 beschloss das niederländische Parlament, das Delta von Maas, Schelde und Rhein mit einem gigantischen Projekt vor weiteren Katastrophen zu schützen. Dazu sollte die Mehrzahl der Seitenarme mit Dämmen vom Meer abgetrennt und zu Binnenseen werden. Die Westerschelde sollte als Zufahrt nach Antwerpen offen bleiben. Die Oosterschelde sollte ursprünglich zu einem Süßwassersee werden, doch nach Protesten von Naturschützern wurde dieser Plan geändert. Es entstand ein riesiges Sperrwerk, das nur bei der Gefahr von Sturmfluten geschlossen wird. So blieben die Salzwasservegetation und der Gezeiteneinfluss erhalten.
Wassersportler finden in Zeeland eine hervorragende Infrastruktur vor. Viele Häfen bieten Liegeplätze, selten in überdimensionierten Marinas. Vor allem im Biesbosch und im Verse Meer sind auch Anlieger in der freien Natur eingerichtet, die aber im übrigen durch eine Vielzahl von ausgewiesenen Naturschutzgebieten begrenzt werden. Die Fahrwasser sind gut betonnt, durch den durchweg sandigen oder schlickigen Grund ist eine Grundberührung aber nicht gefährlich. Literatur: Manfred Fenzl, Zeeland mit dem Delta von Rhein, Maas und Schelde; Jan Werner, Törnführer Holland 1: Zeeland und die südlichen Provinzen. Benötigte Karten: Sätze 1803, 1805 und 1807 des Hydrografischen Dienstes der Marine sowie Karte N des ANWB für Dordrecht und den Biesbosch.       sok
 
 

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Das Kreuz mit der Kreuz
Training für die große Überfahrt
von Hans Wetzig

Die Aussicht ist immer verlockend: zwei Wochen segeln im Mittelmeer, die Seele baumeln lassen, das angenehme Wetter genießen und vieles mehr. Das aber waren nicht alle Gründe für unseren Törn, denn einige im Club wissen es sicher, Ingrid und Jürgen Rinne und ich wollen im November im Rahmen der ARC Regatta über den Atlantik. Ein solches Vorhaben bedingt gründliche Vorbereitung, um nicht Ärger oder gar Schlimmeres zu erleben. Daher war außer Muße noch testen angesagt, um auf einem langen Törn zu checken, ob noch Dinge zu Tage treten, die bei einem solchen Vorhaben kritisch werden könnten.
Außerdem musste die „Antares“  aus der Türkei in Richtung Spanien gebracht werden. Von dort aus werden Ingrid und Jürgen nach Las Palmas segeln, wo Ende November der Start erfolgen wird. Ich stieg in Kreta zu, wir planten Sizilien zu erreichen, also gab es nur eine Maxime: Go west!
Nach ruhigem Flug und Landung in Heraklion fuhren wir gemeinsam nach Nikolaos, wo die  „Antares“  in dem kleinen Hafen des lebhaften Ortes lag.  Am ersten Tag machten wir einen ersten Gewöhnungstörn in eine etwa zehn Seemeilen entfernte Bucht, um dann am nächsten morgen energisch Weg nach West zu versuchen. Leider erwartete uns Westnordwest mit strammen fünf, teilweise sechs Windstärken, so dass wir hoch am Wind und ungemütlich auf der Backe einen 70 Seemeilen langen Nordanlieger nach Santorin fuhren. Am nächsten Tag orgelte es gar mit sechs bis sieben haargenau aus West, also war Hafentag angesagt.
Der kommenden Tag sollte rechtdrehende und abnehmende Winde bringen, jedoch erlebten wir Nordnordwest zunächst mit fünf, später sechs und kurzzeitig sieben Beaufort. Keine guten Aussichten für den Weg nach Westen; wir bolzten bei grober See auf der Backe liegend gegenan. Das mediterrane Segeln hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Zum Abend hin ließ der Wind nach; wir fuhren die Nacht teilweise unter Maschine durch und erreichten am Abend des Folgetages eine kleine Bucht am mittleren „Finger“ des Pelepones. Nach einer erholsamen, ruhigen Nacht erwartete uns Westwind, also erneut aufkreuzen. Wir schaffen es bis nach Koroni. Anlegen am Kai war wegen zu geringer Wassertiefe nicht möglich. Wir ankerten und pullten mit dem Beiboot zur Pier. Abends genossen wir die hervorragende Gastronomie dieses malerischen Ortes und waren nach üppigem Mahl und reichlich griechischem Wein gespannt, wie die  Schlauchbootrückfahrt zur „Antares“ wohl zu meistern sei. Doch trotz glibberiger Kaimauer kamen wir alle heil ins Boot und sicher auf die Yacht.
Allmählich machte uns der Wechsel von Flauten und strammen Westwinden  jedoch zu schaffen, denn die geschaffte Distanz in die gewünschte Richtung war bislang dürftig.
Taktisch sinnvoll erschien uns unter diesen Umständen, Weg nach Nord zu machen und auf rechtdrehende Winde zu hoffen. So erreichten wir dann drei Tage später - zum Teil kreuzend, zum Teil unter Maschine - die Insel Zakynthos, bekannt durch ein großes Laichgebiet von Wasserschildkröten. Von dort aus wollten wir den großen Sprung (knapp 200 Seemeilen) Richtung Sizilien in Angriff nehmen.
Nach Wassernehmen und Dieselbunkern legten wir morgens gegen 10 Uhr ab und - welch ein Wunder, keine Kreuz, Raumwind Stärke 3, na bitte. Aber schon eine gute Stunde später drehte der Wind, nahm auf fünf zu und kam, wie sollte es auch anders sein, direkt aus West. Frust und erneutes Kreuzen waren angesagt, die See sehr grob; wieder ein ungemütliches Gebolze. Am Abend wendeten wir an einem uns taktisch klug erscheinenden Punkt. Der Wind schlief zwar bald ein, als er aber am frühen Morgen erneut einsetzte, wollten wir es kaum glauben  -  wir konnten mit halbem und moderatem Wind direkt nach Sizilien segeln. Den Wendepunkt am Vorabend hatten wir optimal erwischt. Die Windrichtung änderte sich nicht mehr, und so genossen wir die angenehmen Seiten des Segelns im Mittelmeer.
Zum Abend hin begann zwar die übliche Flaute, aber mit Maschinenhilfe erreichten wir gegen 2 Uhr morgens Catania. Nach gut 50 Stunden nonstop segeln genossen wir nach gründlichem Ausschlafen die Duschen des Clubs.
Catania hat zwei Gesichter. Einen unschönen, sehr heruntergekommenen Teil, für den der Ausdruck ärmlich noch geschmeichelt scheint. Nur wenige Straßenzüge weiter dann der totale Kontrast, ansprechende, auch sehr luxuriöse Geschäfte in der Einkaufsmeile. Hier sieht es aus wie in allen größeren Städten der Welt.
Da mein Rückflug erst am übernächsten Tag ging, unternahmen wir noch einen Ausflug zum Ätna. Der fraglos imposante Eindruck litt unter dem schlechten Wetter. Wir hatten den einzigen Regentag erwischt, die Sicht war zeitweise unter 100 Meter, und ein eisiger Wind bei allenfalls 10 Grad schmälerte die Freude doch erheblich.
Wie ist der Atlantik-Test nun ausgefallen? Ohne Frage gut; die „Antares“ verfügt mittlerweile unter anderem über Radar, Windgenerator, Selbststeueranlage und Doppelvorstag.
Das Radar beruhigt ungemein und trägt sehr zum entspannten Segeln bei. Durch den Windgenerator gehören Energieengpässe der Vergangenheit an. Die Selbststeueranlage ist eine geniale Konstruktion, die ab etwa drei Beaufort besser Kurs hält, als es uns selbst möglich war. Wer sich da jetzt klammheimlich über unsere Steuerfähigkeiten mokiert, darf  gerne einmal selbst testen. Das Doppelvorstag erspart den Vorsegelwechsel; ist die große Genua zu viel, wird diese ein- und die kleinere ausgerollt. So ist immer ein optimales, gut stehendes Vorsegel gesetzt. Also beste Voraussetzungen für den großen Törn!
Für den Atlantik wünschen wir uns allerdings, dass der Passat auch tatsächlich zuverlässig weht und wir nicht permanent kreuzen müssen!

Das ARC - die größte Flottenfahrt über den großen Teich
225 Yachten aus 23 Ländern werden bei der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) am 24. November in Las Palmas  auf Gran Canaria  ihre Ozeanüberquerung starten. Ziel ist Rodney Bay in St Lucia. Das ARC ist damit eines der größten Transocean-Ereignisse. Noch nie hatte der veranstaltende World Cruising Club in Cowes das Teilnehmerlimit so früh erreicht wie in diesem Jahr.
Das ARC wird seit 17 Jahren gesegelt. Es ist offen für Yachten und Katamarane über 27 Fuß. Die Veranstalter bieten verschiedene Wertungskategorien an. Die Rekordzeit für die Strecke erzielte im vorigen Jahr der 22-jährige Ross Daniel mit der „Spirit of Diana“, der für die etwa  2700 Meilen knapp 12 Tage benötigte.
Die umfangreiche Betreuung und das Segeln in einer Flotte macht das Rennen, in dem nicht nur Geschwindigkeit zählt, auch für unerfahrene Hochsee-Segler attraktiv.
Die moderne Technik versetzt auch die Daheimgebliebenen in die Lage, das Rennen zu verfolgen. Die täglichen Positionsmeldungen der Crews sind auf der Internetseite der Veranstaltung nachzuvollziehen. Auf www.worldcruising.com lässt sich über über den Pfad „Positions/ARC2002“ der Kurs der Yachten nachvollziehen. Die Seite www.worldcruising.net ist eine Alternative. Eine Schwierigkeit: Es gibt zwei Yachten des Namens „Antares“. Hans Wetzig rät: „Die andere ,Antares‘ ist mit 16 Metern erheblich größer und wird immer vor uns liegen.“
Es ist auch möglich, der Crew eine E-Mail zu senden. Antares ist unter DJ5347@kielradio.de zu erreichen. „Wenn wir Zeit haben, antworten wir auch“, sagt Wetzig.                                sok
 
 

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Unberührtes Pommern
Die Tour der roten Backsteinkirchen / von Dieter Nordmeyer

Am 4. August 2002 brachen Gert Diederich und Dieter Nordmeyer mit Boot Krümel II nach Malchin in Mecklenburg-Vorpommern auf. Malchin liegt am Anfang der befahrbaren Peene. Es sollte flussabwärts Richtung Anklam (104 Kilometer) und dann über das Haff durch den östlichen Durchfluss der Oder, die Dziwna, zur Ostsee und anschließend an der polnisch-pommerschen Küste Richtung Danzig gehen. Das waren hochgesteckte Ziele, angeregt durch die Beschreibung der polnischen Ostseeküste und deren Häfen in der „Yacht“.
Die Kranung in Malchin am Sonntagmittag nach dem Sommerfest im SCStM verlief absolut problemlos - Drei-Tonnen-Kran ähnlicher Bauart wie in Steinhude für 10,20 Euro. Aufriggen, Wasser und Diesel fassen, Fahrzeuge abstellen und schon geht die Reise los. Nach einigen Kilometern erste Rast beim Moorbauern zum Kaffeetrinken, einem rustikalen berühmten Lokal ähnlich der Alten Moorhütte. Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Kumerower See. Mit warmem Wind aus Südost und sauberem Wasser empfängt uns dieser große (etwa 45 Quadratkilometer) idyllische See von seiner besten Seite. Nach einer Kreuz von etwa 2,5 Stunden machen wir in Aalbude, dem südöstlichen Ausgang fest. Es ist einer der neuen Wasserwanderrastplätze mit allen Schikanen. Aal in Aspik ist das adäquate Abendessen.
Der schönste Teil der Peene liegt zwischen Kumerower See und Demmin. Zahlreiche See- und Teichrosenfelder in ehemaligen Torfstichen begleiten unseren Weg. Erlenbrüche und Schilf säumen das Ufer. Reiher und Eisvögel an jeder Ecke. Diese fliegenden türkisfarbenen Edelsteine vor dunklem Erlendickicht und über dunklem Wasser sind schon fast ein wenig romantisch und kitschig. Zwei, drei Brücken und einige idyllische Orte liegen hinter uns, als wir gegen Abend bei strömendem Regen Anklam erreichen. Am nächsten Morgen erreichen wir den Peenestrom, nicht ohne vorher zwei Seeadler zu beobachten, dann liegt das Haff vor uns.
Auf jeden Fall in Ueckermünde ausklarieren, wurde uns ans Herz gelegt, ein müder grüner Zettel und eine Crewliste in dreifacher Ansfertigung lassen den Amtsschimmel wiehern. So etwas habe ich im übrigen Europa seit 30 Jahren nicht mehr erlebt. An Tonne 17, Liegeplatz des polnischen Kutters des Grenzschutzes, werden wir durchgewunken zum Einklarieren nach Ziegenort. Bei schönsten Wetter kreuzen wir über das Haff Richtung Wollin. Der östliche Arm der Oder ist unser Ziel. Wollin grüßt mit einer imposanten gotischen Backsteinkirche und einem Postamt aus Kaiser Wilhelms Zeiten. Alle preußischen Hoheitszeichen sind sorgfältig entfernt, ansonsten herrscht die übliche Plattenbau-Tristesse.
Ab jetzt beginnt unsere „Reise nach Pommern“ mit dem gleichnamigen Buch von Graf von Krockow im Gepäck, einer sehr versöhnlich gehaltenen Beschreibung der historischen und landschaftlichen Verhältnisse im Pommern der Vor- und Nachkriegszeit (Stichwort „Ostelbische Junker“). Vertieft werden noch Blickwinkel und Gedanken durch die Lektüre des „Krebsgangs“ von Günther Grass. Immer wieder Vergleiche zwischen früher und heute bei der Besichtigung von Dörfern und Städten.
Die Dziwma, also der östliche Oderarm, ist eine in unseren Augen fast unberührte Flusslandschaft mit breiten Schilfgürteln, hinter den Weiden versteckten Dörfern, weiten Weizenschlägen auf den Geestrücken in der Ferne. Die nächsten 15 Meilen begegnet uns kein Wasserfahrzeug, nur hier und da ein Angelboot im Schilf.
Kamien Pomorski ist der nächste Liegeplatz. Wieder eine mittelalterliche Marienkirche, prächtiges Rathaus und gotisches Backstein-Stadttor. lm einzigen übriggebliebenen Fachwerkhaus werden wir im Restaurant mit pommerschen und polnischen Gerichten bewirtet. Noch zehn bis zwölf Meilen, und wir machen in Dziwnow fest, dem Mündungshafen des östlichen Oderarms an der Ostsee. Eine Kutterflotte und jede Menge Sommerurlauber begrüßen uns. Im Hafen wird Fisch verkauft.
Wir hören den Wetterbericht, warten die Brückenöffnung ab, melden uns beim Grenzschutz ab, und schon liegt die weite Ostsee vor uns. Fast 40 Meilen sind es bis Kolberg. Einer pinniert, der andere hält ein Schläfchen oder brüht einen Tee auf, so vergeht die Zeit. Eine endlose Sandstrandküste mit Dünen, teilweise bewaldet, begleitet uns. Gegen Nachmittag schläft der Nordostwind ein. Motoren ist angesagt. Gegen 17 Uhr laufen wir in Kolberg ein.
Reges Leben auf den Molen, polnische Sommerurlauber. Im hinteren Hafenbecken finden wir ein Plätzchen. Ein Rundgang durch die Stadt zeigt uns fast wie in allen pommerschen Städten eine riesige Marienkirche in Backsteingotik (wie in den meisten Ostsee-Hansestädten), ein prächtiges Rathaus von Schinkel in Neo-Gotik und Plattenbauten. Historische Bezüge sind durchaus vorhanden, aber von Uwe Nettelbeck und Gneisenau, den Helden der Verteidigung Kolbergs gegen Napoleon, keine Spur. Vielleicht ein zu belastetes Thema. Abends findet eine rasante Freiland-Disko in alten Festungsanlagen statt. Drei- bis vierhundert fröhliche junge Leute toben durch die Kasematten. Leider nichts mehr für uns!
Am nächsten Morgen die Debatte: Wollen wir weiter nach Osten? Die Wetterlage ist unsicher. Wenn sich eine Westlage aufbaut, sitzen wir in der Falle, der Urlaub wird dann zu kurz. Trotzdem lockt Danzig. Wir entscheiden uns für eine Busfahrt (sechs Stunden), um die berühmte ehemalige Hansestadt zu besuchen. Anderthalb Tage mit vielen Besichtigungen, Gesprächen mit ehemaligen Danzigern über den Wechsel während der letzen 50 Jahre lassen uns pflastermüde werden. Wir fahren mit dem Zug zurück nach Kolberg. Am Abend läuft eine Etap mit entnervter Mannschaft bei totalem Nebel ein. Sicht dreißig Meter. Der Wetterumschwung ist da. Das Nebelhorn von der Mole begleitet unseren unruhigen Schlaf. Was wird am nächsten Tag?
Gegen elf Uhr geht der Nebel zurück, wir starten Richtung Westen. Der Nordwest mit drei Beaufort erlaubt einen Anlieger parallel zur Küste. Nach etwa zwei Stunden nimmt der Wind erheblich zu, um nach einer weiteren Stunde auf sechs bis sieben aufzubrisen. Die See ist entsprechend 1,5 Meter hoch, teilweise brechend. Kein angenehmer Kurs hoch anliegend. Schwimmwesten und einpicken sind angesagt. Mit kleiner Fock und erstem Reff machen wir noch 5 bis 5,5 Knoten. Das zweite Reff lässt sich wegen starker Bootsbewegung nicht einlegen, wir trauen uns nicht aufs Vorschiff. Der Traveller wird ganz nach Lee ausgefahren, so geht es. Im Cockpit bleibt es verhältnismäßig trocken. die kleinen Boote schwimmen wie Korken auf dem Wasser. Die Seen laufen darunter weg. Nach einigen Stunden kommen die Molenköpfe von Dziwnow in Sicht. Sie sind wegen der Versandung weit ins Meer gebaut. Auf der Barre steht eine leckere, brechende See. Maschine an, Vollgas und mit raumem Kurs mit 7 bis 7,5 Knoten hinein. Drei, vier schäumende Seen und wir sind drinnen. Glück gehabt! Anschließend Wunden lecken. Etwas Brandy und eine heiße Suppe helfen dabei.
Der nächste Tag bringt uns einen gemütlichen Kurs Dziwna aufwärts mit feudalem Kaffeetrinken in Karnien. Wir ankern am Abend in totaler Einsamkeit vor einer schilfumwachsenen kleinen Insel in der Dziwna. Weiter geht es an Wollin vorbei. Mast legen, die Brücke öffnet nicht - Maria Himmelfahrt. Über das Haff nach Neuwarp zum Einklarieren. Im Restaurant gibt es Flickensuppe, eine pommersch-polnische Spezialität, irgendetwas mit Streifen aus Schafsdärmen!
In Usedom holt uns beim Biertischgespräch mit einem Kampfmittelräumer - früher Fischer - und einem ehemaligen Funktionär der DDR - früher Landrat oder so - die Vergangenheit wieder ein. Thema: Was wäre wenn, und was hätte besser sein können. Darüber kann man Nächte diskutieren. Fazit: Es ist schon ganz gut so, wie es ist! Über Anklam erreichen wir wieder die Peene und bummeln gemütlich flussaufwärts bis Malchin. Ein interessanter Urlaub geht zu Ende, der Einsichten brachte in historische und kulturelle Zusammenhänge mit Naturerlebnissen und ausreichendem Segelvergnügen.

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Pfingstsegeln auf der Schlei
Mit Piraten bis auf die Ostsee / von André Lücke
Seit Oktober 2001 studiere ich Architektur in der Hansestadt Hamburg und fühle mich dort richtig wohl. Ich hätte ja gedacht, daß ich dort meinen Piraten irgendwo unter kriege, statt dessen haben mich die hohen Mitgliedsbeiträge und die wenigen freien Stegplätze davon abgeschreckt, auf der Alster mit meinem Piraten zu segeln. Der Unisport-Verband bietet 470er-Segeln an, aber nur mit einem Einführungskurs. Naja, so blieb mein Pirat eben in Steinhude, wo er, wie ich finde, immer noch am besten aufgehoben ist. Aber nicht immer!
Wie der Zufall es will, habe ich einen Kommilitonen kennen gelernt, der auch Pirat segelt, und mich mit ihm schnell und gut angefreundet. Er erzählte viel von Wandertörns „Rund Hiddensee´´ auf der Ostsee usw. und zeigte mir viele Fotos. Schnell kam der Gedanke auf, mit beiden Piraten einen Törn zu starten, der über mehrere Tage dauern sollte und ein wenig Ostsee-Feeling bietet. Die Schlei in Schleswig Holstein, der einzige Fjord Deutschlands, soweit ich weiß, schien uns als perfektes Segelrevier. So planten wir unseren Törn an Pfingsten mit beiden Piraten und beiden Freundinnen, Treffpunkt Hamburg.
Es ist Freitag, 17. Mai. Den ganzen Tag bin ich schon dabei, alle möglichen Dinge zusammenzusuchen, die man für einen Segeltörn braucht. Staukisten, Werkzeug, Ersatz-Schäkel, diverses Kartenmaterial, Campingausrüstung usw. Es ist ein riesiger Haufen an Dingen, die man braucht. Ich hoffe nur, dass ich an alles gedacht habe. So, jetzt muss noch mein Boot auf den Hänger. Zum Glück ist es auch alleine ganz gut zu schaffen, das Boot herauszuslippen und den Mast zu legen. Das Boot ist startklar, die Sachen sind gepackt, jetzt hole ich noch meine Freundin Janine von der Arbeit ab, und dann kann es losgehen. Um 22 Uhr treffen Janine und ich mitten in Hamburg auf Robin und seine Freundin Anke und starten gleich durch nach Schleswig. Gegen 0 Uhr kommen wir in Schleswig an und wollen eigentlich nur irgendwo geschützt unser Zelt aufschlagen. Ein  kleiner Feldweg kurz hinter Schleswig soll laut Karte ans Wasser führen, nur am Ende ist das Eingangstor eines scheinbar privaten Geländes. Dennoch schlagen wir hier vor den Toren unser Zelt auf und entscheiden, so früh wie möglich am nächsten Morgen zu verschwinden, um einen geeigneten Platz zum Slippen zu suchen.
Am nächsten Morgen, wir hatten gerade gefrühstückt und unsere Sachen zusammengepackt, hält eine Frau mit dem Auto neben uns an und fragt uns, was wir denn hier machen würden. ,,Wir packen gerade zusammen und wollen los!“ antworte ich mit dem Gefühl, möglichst schnell hier zu verschwinden. ,,Warum sagt ihr denn nicht Bescheid, wir haben doch hier alles, Duschen Toiletten, Parkplatz......!“ ist ihre Antwort. Es stellt sich heraus, dass das alte Ehepaar auf der alten Werft wohnt und für Urlauber und Skipper Ferieneinrichtungen hat. Der Mann, ein sehr netter und gelassener Werftbesitzer, kommt uns sehr entgegen und hilft uns, die Boote ins Wasser zu lassen. Er hat leider keine Slipanlage, aber einen besonders alten mobilen Kran, mit dem er unsere Piraten behutsam ins Wasser hievt.
Um Mittag herum können wir endlich ablegen und zum ersten Mal den wunderbaren Wind, die schöne Landschaft und das tolle Wetter genießen.
Ab Schleswig beginnt die ,,Große Breite´´ der Schlei, die mir gut gefällt. Es ist der breiteste Teil der Schlei mit, wie ich glaube, auch den tiefsten Stellen. Kleine grüne Halbinseln ragen von beiden Ufern herein und umrahmen das Ufer. Es sind noch nicht so viele Yachten unterwegs, und wir können einfach nur segeln, ohne ständig auf andere Boote zu achten. Die Sonne scheint, Janine wird von den Wellen nass, das Boot ist schnell genug und der Kurs hoch am Wind....einfach schön!
Nach etwa drei Stunden erreichen wir nach der breitesten Stelle mit ungefähr zwei bis drei Kilometern Breite auch schon die schmalste mit einer Seilfähre und ca. 100 Metern Breite. In einer windgeschützten Bucht vor der Fähre ankern wir, lassen die Segel runter und kramen unsere Butterbrote und Kekse heraus. Ein wunderbar ruhiges Plätzchen, geschützt durch einen Wald, mit Blick auf die Geschehnisse an der Fähre. Da ich ja keine Lenzer besitze, nutze ich die halbstündige Pause zum trocken Werden, auch gleich dafür, nicht wenig Wasser aus meiner Bilge zu schöpfen.
In der Enge nahm die Anzahl der großen Yachten ganz schön zu, so dass ich jetzt ganz schön aufpassen muss, damit man nicht kollidiert. Doch man kann ja nicht vorsichtig genug sein, besonders kann man nicht mit der genügenden Aufmerksamkeit der Skipper solcher 15-Meter-Yachten rechnen. Wir beide segeln auf Vorfahrtkurs, er in Lee aber voraus. Er wendet und kommt direkt auf mich zu und bemerkt mich auch erst in dem selben Moment, in dem ich ihn bemerke, ungefähr zwei, drei Sekunden vorm Zusammenstoß. In letzter Sekunde luve ich noch an, um Höhe zu gewinnen, und schaue in Zeitlupe zu, wie seine Reling (mit Anker!) meinen Baum zu mir drückt und sein Bug meinen Holzpiraten einen halben Meter übers Wasser schiebt, bis wir endlich aneinander vorbei sind. Lautstarkes Maulen von meiner Seite - ich bemerke, er ist alleine auf der Yacht - löst bei ihm nur ein entsetztes Gesicht aus. Auf jeden Fall fällt er ab, macht eine Halse und scheint sehr beschäftigt mit seinem Boot zu sein. Da wir ja mit einem Schrecken davon kommen und uns nichts weh tut, außer mein Daumen, segeln wir weiter.
Bevor wir ablegten, haben wir Robins Bulli zu unserem Ziel gebracht. Ein Campingplatzanleger mit Slipanlage und Boxen für große Yachten. Für fünf Euro haben wir mit der Vermieterin einen Platz am Anleger und einen Zeltplatz ausgehandelt. Die Sanitäreinrichtungen auf dem Campinggelände mussten wir aber mit vollen vier Euro PP zahlen.
 In den Abendstunden erreichen wir endlich total kaputt und durchnässt unser Ziel und schlagen das Zelt auf. In der Dunkelheit wird am offenen Feuer gekocht und Wein getrunken. Ein sehr gemütlicher Abend und ein gelungener Ausklang der ersten Etappe. Es gibt Würstchen mit Brot und Folienkartoffeln mit Quark.
Am nächsten Morgen verlieren wir leider wegen Regen und Nebel den Vormittag, können aber gegen Mittag ablegen mit Kappeln als Ziel. Die Sonne kommt raus, es klart auf, und der Wind weht nicht ganz so doll wie gestern. Vor Kappeln gibt es eine Klappbrücke, die jede Stunde für eine Viertelstunde geöffnet wird. Wie bei einem Regattastart sammeln sich viele Boote vor der Brücke und warten auf das Signal. Nun sind es schon eine Menge mehr Boote, die vor und hinter der Brücke warten. Mit vollem Optimismus lassen wir die Segel oben und wollen durch das Nadelöhr segeln. Doch inmitten der Hubbrücke überraschen uns Winde von allen Seiten und zwingen uns, die Paddel schlagartig zu ergreifen, während die Yachten unter Motor und Wellen an uns vorbei ziehen. Und auf einmal zieht auch Robin an uns vorbei, gezogen von einer solchen Yacht. Glücklicher Weise bekommt Janine kurz darauf auch eine rettende Achterleine zu geworfen und rettet uns aus der Misere.
Unversehrt legen wir im Hafen von Kappeln an, um uns die Stadt anzuschauen. Man sieht viele Fischerboote und ein reges Getümmel der Besucher und Fischer am Hafen, das echt schön ist und sich nachts zu einem beleuchteten Platz mit Bars und Kneipen verwandelt. Schöne Gassen und Wege führen einen kleinen Hügel hinauf zu einer Kirche, dem Stadtkern.
Auf dem Rückweg zu unserem Campingplatz ist es Gott sei Dank nicht schwierig, bevor die Brücke öffnet eine ,,Zugmaschine’’ finden, es warten genügend Boote auf die Viertelstunde.
Nach der Brücke setzen wir sofort die Segel und kreuzen der untergehenden  Sonne entgegen in Richtung Campingplatz. Kurz vor Sonnenuntergang frischt der Wind noch mal schön auf, und wir können noch gute Fotos unter vollen Segeln voneinander machen.
Da wir nicht noch eine Nacht für den Platz bezahlen wollen, entscheiden wir uns, die Boote auszuslippen und das Zelt irgendwo auf freiem Feld aufzuschlagen. Also wird mein Auto erst einmal nachgeholt und die Boote auf die Trailer gehoben. Auf der Suche nach einem geeignetem Schlafplatz irren wir im Hinterland von Kappeln so lange in der Gegend umher, dass wir schließlich im Auto schlafen und unterwegs in einer geschützten Bushaltestelle unsere Nudeln kochen. Nach einer besonders gemütlichen Nacht zu zweit in meinem kleinen VW Polo  brechen wir sehr früh in Richtung Maasholm auf. Maasholm ist der letzte mit dem Auto erreichbare Yachthafen, der dementsprechend groß ausfällt. Die gesamte Hafenanlage ist ungefähr genauso groß wie die Stadt selber, die dadurch aber nicht an Attraktivität verliert. Die Stadt Maasholm ist echt schön gelegen, einen Katzensprung von der Ostsee entfernt, kurz hinter einer großen Bucht, wo, glaube ich, auch ,, Der Landarzt´´ gedreht wurde.
In Maasholm angekommen müssen wir fünf Euro Gebühr für das Slippen eines Bootes zahlen. Was bleibt uns anderes übrig? Endlich Mast gesetzt und aufgetakelt geht es an unzähligen Boxen mit großen Yachten vorbei zur Hafenausfahrt. Der Wind ist echt perfekt, schon fast ein wenig zu stark, aber wir sind zwei Tage lang gut vorbereitet und nehmen Kurs auf Schleimünde. Nun ist aus der Fahrrinne auch schon die reinste Autobahn geworden. Eine Segelyacht nach der anderen, ob direkt hintereinander oder nebeneinander, alle drängen unter Motor oder Segel in Richtung Ostsee zum alljährlichen Pfingsttörn.
Rechts und links neben der Fahrrinne wird es sofort sehr flach, weshalb alle die schmale Bahn nutzten. Wir haben das Glück einer Schwertjolle und können fast bis zur Küste im knietiefem Wasser hochkreuzen. Janine und ich müssen beim Durchkreuzen ganz schön aufpassen, damit wir den Yachten nicht in die Quere kommen. Bei der Mündung wird es noch mal heikel, fast alle Boote sind unter Segel, und zwischen den beiden Ufern wird es recht schmal, und die Wellen türmen sich höher. Schnelle Manöver im richtigen Augenblick und vier Augen, die aufpassen, sind nötig, bis wir endlich auf der Ostsee sind.  Am Leuchtturm vorbei segeln die meisten in Richtung Fehmarn oder Dänemark, und das Feld löst sich schnell auf. Auch die entsetzten Blicke der Skipper lassen nach. Es sind fragende Blicke, die die Frage erkennen lassen, was wir denn mit einem kleinen Piraten hier machen würden.
Robin schafft es noch um die Ansteuerungstonne, während Janine und ich am Nachzügeln sind. Nach einer Weile drehen wir mit ein wenig Wasser in der Bilge mehr wieder um. Es geht mit achterlichem Wind zur ,,Giftbude´´, so heißt die kleine Kneipe am Schleimünder Leuchtturm. Man kann die Kneipe nur mit dem Boot oder mit dem Fahrrad erreichen, da das umliegende Gelände Vogelschutzgebiet ist und nur aus Dünen besteht.
Anleger gibt es dort genug, ja sogar eine richtige Hafenanlage, die immer gut belegt ist. Wir gehen an Land und gönnen uns ein Eis und einen kleinen Strandspaziergang, bevor es wieder nach Maasholm geht. Bei achterlichem Wind wird es zum Schluss noch mal richtig gemütlich und sonnig. So geht unser Pfingst-Segeltörn langsam dem Ende zu, und es ist ein wenig traurig, die Schlei bei dem wunderschönen Wetter zu verlassen.
Nach dem Slippen und Verzurren trennen sich unsere Wege in Maasholm. Robin fährt mit Anke wieder nach Hause, und Janine und ich ebenfalls. Die wunderschönen Augenblicke aus drei Tage Segeln bleiben die ganze Rückfahrt lang bis nach Steinhude vor unseren Augen. Am nächsten Tag geht der Alltag wieder los. Ich bringe noch den Film zur Entwicklung und bin gespannt, wie sie geworden sind.
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Segeln mit den Nachbarn: Ein Geben und Nehmen
Ein Regatta anderer Art hat der SCHan am 25. Juni veranstaltet. Wie schnell gesegelt wurde, war letztlich völlig egal, es war eine Rallye mit Fragen rund um das Segeln und das Steinhuder Meer. So waren Details der Speisekarte der Alten Moorhütte und die Besitzer bestimmter Stege in Erfahrung zu bringen und Fragen zum Volvo Ocean Race und zum gastgebenden Verein zu beantworten. („Haben die eigentlich ein Jugendboot? Wie heißt der Sportwart nochmal richtig?“) Auch sechs Mannschaften des SCStM waren mit dabei, allesamt Jollen. Und nachdem die Nachbarn wie im Vorjahr bei unserer Dickschiffregatta ordentlich abgeräumt hatten, wiederholten auch wir unseren Erfolg bei ihrer Regatta: Beate Dökel und Sven Sokoll (mit Pirat 1910 unterwegs) lieferten den Fragebogen mit durchweg richtigen Antworten ab und zeigten auch, dass sie Knoten beherrschten. Das bedeutete den ersten Platz, der mit einem Wanderpokal und Goldmedaillen honoriert wurde.
Zur Siegerehrung lud der SCHan zu einem Grillabend ein. Alle Teilnehmer bekamen zu dem ein Flasche echten „SCHan-Sekts“.     sok
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26./27. Oktober Stegabbau

26. Oktober - 3. November hanseboot Hamburg

17. November Grünkohlessen

8. Dezember Nikolausfeier

18. bis 26. Januar boot Düsseldorf
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